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Krebserkrankungen beim Hund

In einem Überblick soll der Wissensstand der Krebsforschung beim Hund skizziert werden, besonders hinsichtlich der Epidemiologie sowie der wichtigsten Tumorarten, die bei den in Frankreich bekannten Hunderassen auftreten. Hervorgehoben werden auch die Besonderheiten der diagnostischen Vorgangsweise bei Krebserkrankungen. Abschließend sollen noch die therapeutischen und prognostischen Möglichkeiten erwähnt werden.


Krebs beim Hund, Epidemiologie

Infolge der beachtlichen Entwicklung der Veterinärmedizin, besonders der Untersuchungsmethoden (Scanner, Echografie) ist in den letzten zehn Jahren auch das Wissen auf dem Gebiet der veterinären Onkologie so weit fortgeschritten, dass es schließlich das Niveau der Humanonkologie erreicht hat. Vor allem in pathologisch-anatomischer Hinsicht konnte man die Diagnoseverfahren immer mehr verfeinern. Die Labors sind so weit, den genauen histologischen Charakter eines Tumors wie auch den Differenzierungsgrad ("grading") festzustellen, was eine optimale Abstim-mung der Therapie ermöglicht und vor allem den Hundehalter über die prognostische Lage informiert.

Das Alter, in dem Hunde an Krebs erkranken, liegt in Frankreich etwa zwischen dem 7. und 11. Lebensjahr. Feststellbar ist auch, dass deutlich mehr weibliche Tiere betroffen sind (etwa doppelt so viele), was sich durch die Häufigkeit von Brusttumor beim Hund erklären lässt, umso mehr als es sich im Allgemeinen um leicht operable Tumore handelt und diese Chirurgie heute Routine ist.

Manche Rassen sind prädisponiert, und zwar Pudel, Deutscher Schäferhund, Boxer, Cocker Spaniel, Dackel, wie auch Bretonischer Spaniel, Setter, York-shire und Fox Terrier. Unter allen bekannten Tumoren ist der Anteil der gutartigen bei Hunden unter 3 Jahren deutlich höher, bei Hunden über 7 Jahren kehrt sich das Verhältnis um. Unter den Tumorarten überwiegen die Brusttumore gefolgt von denen der Haut, des mesenchymalen Gewebes, sodann Tumore im männlichen Geschlechtsapparat, im Maulbereich sowie im Blut- und Lymphsystem.

Schließlich sind manche Rassen prädisponiert zu bestimmen Arten von Tumoren, dies ist der Fall bei den Rassen mit Langschädel (Prädisposition zu Nasenhöhlentumoren), die großen Rassen (Prädisposition zu Tumoren am Skelett), Boxer (Hauttumore, besonders der Mastozytom) sowie Rassen mit pigmentierter Schleimhaut (Chow Chow, Scottish Terrier), die eine Veranlagung zu Melanomen der Mundhöhle haben.


Diagnostische Schritte bei Krebsuntersuchungen in der Tiermedizin

Die Identifizierung eines bösartigen Tumors kann sehr einfach sein (das ist etwa bei einem gut sichtbaren Hauttumor der Fall), es können aber weiterführende Untersuchungen nötig sein, wenn ein Tumorprozess nicht sofort identifizierbar ist.

In jedem Fall muss man angesichts einer Krebserkrankung die Entwicklung des Tumors lokalisieren, das Krankheitsstadium ermitteln, den histologischen Befund erheben sowie den Differenzierungsgrad fest-stellen, um schließlich, ausgestattet mit dem Wissen um die Entstehung, eine Behandlung vorschlagen und eine Prognose erstellen zu können, die nach Möglichkeit die Lebenserwartung des Hundes angibt.

Krebsverdacht ist gegeben bei: Auftreten von Hautveränderungen oder Schwellungen, die sich rasch entwickeln, außerdem bei allgemeinen Symptomen, bei denen klassische Interventionen unwirksam bleibt (Durchfälle, Erbrechen), ebenso lassen rapider Gewichtsverlust ohne sichtbare Ursache bzw. Verformungen gewisser Körperstrukturen Krebs vermuten.

Je nachdem welche Symptome auffällig werden, entscheidet sich der Tierarzt für die eine oder andere Untersuchung (Lungenröntgen bei Unregelmäßigkeiten der Atmung, Echographie des Bauchraums, wenn eine Gewebsverdichtung tastbar ist, Blutabnahme bei Verdacht auf Stoffwechselstörungen usw.).

Ist der Krebs einmal lokalisiert, wird in einem nächsten Schritt die lokale Ausdehnung des Tumors untersucht (im Verhältnis zu umgebendem Gewebe und Struktur), der regionale Umfang (sind die Lymphknoten angegriffen, welche die betroffene Region dränieren), sowie das allgemeine Ausmaß (Metastasen). Die Entwicklung der neuen Bildgebungstechnik wie z.B. Scanner oder die Szintigrafie ermöglichen höchs präzise Angaben über das Ausmaß der Erkrankung. Eine klinische Klassifizierung der Tumore ist genauso wie in der Humanmedizin möglich.

Der letzte Schritt, bevor man die Therapie ins Auge fasst, besteht darin, die histologische Beschaffenheit des Tumors zu erkennen. Dazu kann eine Nadelpunktion des Tumors gemacht werden (falls keine Resektion möglich ist), um eine zytologische Untersuchung durchzuführen, oder eine Biopsie. Wird der Tumor chirurgisch entfernt, kann eine histologische Untersuchung gemacht werden.


Behandlung

Sobald die Diagnose Krebs gestellt wurde, wird gemeinsam mit dem Besitzer und unter Berücksichtigung der Prognose sowie der Lebensqualität des Hundes eine Behandlungsentscheidung getroffen. Das Ziel ist stets Heilung, soweit eine solche möglich ist, oder auch Schmerzlinderung, wenn es darum geht, das Leben des Tieres zu erträglichen Bedingungen zu verlängern.

Die Behandlung des Hundes besteht aus unterschiedlichen therapeutischen Maßnahmen: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie. Die Wahl der Therapie ist vom histologischen Befund des Tumors sowie von dessen Lage abhängig (beispielsweise kann eine Strahlentherapie für bestimmte nicht operable Gehirntumoren vorgeschlagen werden oder eine Chemotherapie für systemische Krebsarten wie das Lymphosarkom).

Die Chemotherapie besteht in der Verabreichung von Substanzen, welche die Vermehrung und die Funktion der Zellen verändern und somit direkt auf den Tumor einwirken. Diese Substanzen haben aber auch Nebenwirkungen auf jene Zellen, die der Reproduktion des Organismus dienen (wie beispielsweise das Knochenmark, zuständig für die Produktion roter Blutkörperchen) und führen zu einem Anämie-Syndrom.

Die Strahlentherapie nutzt die physikalische Wirkung von Strahlen auf das Gewebe. Der physikalische Einfluss erwirkt eine biologische Reaktion, die zum Absterben der Zellen führt. Das Ziel der Bestrahlung ist ein zweifaches: die Abtötung der Krebszellen sowie der Schutz der gesunden Zellen der Umgebung.

Um die Behandlung effizienter zu gestalten, kann es auch sinnvoll sein, verschiedene therapeutische Methoden zu kombinieren.

Entgegen verbreitetem Glauben führt die Chemotherapie keineswegs zum völligen Verlust des Fells, ebenso wenig macht sie ihn systematisch krank. Sie wird vom Hund sogar besser vertragen als vom Menschen.

Der Tierarzt ist durch die Konfrontation mit Krebs beim Hund keineswegs hilflos. Vielmehr arbeitet die Humanonkologie in bestimmten spezialisierten Zentren mit der Veterinärmedizin zusammen, um so neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.

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In einem Überblick soll der Wissensstand der Krebsforschung beim Hund skizziert werden, besonders hinsichtlich der Epidemiologie sowie der wichtigsten Tumorarten, die bei den in Frankreich bekannten Hunderassen auftreten. Hervorgehoben werden auch die Besonderheiten der diagnostischen Vorgangsweise bei Krebserkrankungen. Abschließend sollen noch die therapeutischen und prognostischen Möglichkeiten erwähnt werden.


Krebs beim Hund, Epidemiologie

Infolge der beachtlichen Entwicklung der Veterinärmedizin, besonders der Untersuchungsmethoden (Scanner, Echografie) ist in den letzten zehn Jahren auch das Wissen auf dem Gebiet der veterinären Onkologie so weit fortgeschritten, dass es schließlich das Niveau der Humanonkologie erreicht hat. Vor allem in pathologisch-anatomischer Hinsicht konnte man die Diagnoseverfahren immer mehr verfeinern. Die Labors sind so weit, den genauen histologischen Charakter eines Tumors wie auch den Differenzierungsgrad ("grading") festzustellen, was eine optimale Abstim-mung der Therapie ermöglicht und vor allem den Hundehalter über die prognostische Lage informiert.

Das Alter, in dem Hunde an Krebs erkranken, liegt in Frankreich etwa zwischen dem 7. und 11. Lebensjahr. Feststellbar ist auch, dass deutlich mehr weibliche Tiere betroffen sind (etwa doppelt so viele), was sich durch die Häufigkeit von Brusttumor beim Hund erklären lässt, umso mehr als es sich im Allgemeinen um leicht operable Tumore handelt und diese Chirurgie heute Routine ist.

Manche Rassen sind prädisponiert, und zwar Pudel, Deutscher Schäferhund, Boxer, Cocker Spaniel, Dackel, wie auch Bretonischer Spaniel, Setter, York-shire und Fox Terrier. Unter allen bekannten Tumoren ist der Anteil der gutartigen bei Hunden unter 3 Jahren deutlich höher, bei Hunden über 7 Jahren kehrt sich das Verhältnis um. Unter den Tumorarten überwiegen die Brusttumore gefolgt von denen der Haut, des mesenchymalen Gewebes, sodann Tumore im männlichen Geschlechtsapparat, im Maulbereich sowie im Blut- und Lymphsystem.

Schließlich sind manche Rassen prädisponiert zu bestimmen Arten von Tumoren, dies ist der Fall bei den Rassen mit Langschädel (Prädisposition zu Nasenhöhlentumoren), die großen Rassen (Prädisposition zu Tumoren am Skelett), Boxer (Hauttumore, besonders der Mastozytom) sowie Rassen mit pigmentierter Schleimhaut (Chow Chow, Scottish Terrier), die eine Veranlagung zu Melanomen der Mundhöhle haben.


Diagnostische Schritte bei Krebsuntersuchungen in der Tiermedizin

Die Identifizierung eines bösartigen Tumors kann sehr einfach sein (das ist etwa bei einem gut sichtbaren Hauttumor der Fall), es können aber weiterführende Untersuchungen nötig sein, wenn ein Tumorprozess nicht sofort identifizierbar ist.

In jedem Fall muss man angesichts einer Krebserkrankung die Entwicklung des Tumors lokalisieren, das Krankheitsstadium ermitteln, den histologischen Befund erheben sowie den Differenzierungsgrad fest-stellen, um schließlich, ausgestattet mit dem Wissen um die Entstehung, eine Behandlung vorschlagen und eine Prognose erstellen zu können, die nach Möglichkeit die Lebenserwartung des Hundes angibt.

Krebsverdacht ist gegeben bei: Auftreten von Hautveränderungen oder Schwellungen, die sich rasch entwickeln, außerdem bei allgemeinen Symptomen, bei denen klassische Interventionen unwirksam bleibt (Durchfälle, Erbrechen), ebenso lassen rapider Gewichtsverlust ohne sichtbare Ursache bzw. Verformungen gewisser Körperstrukturen Krebs vermuten.

Je nachdem welche Symptome auffällig werden, entscheidet sich der Tierarzt für die eine oder andere Untersuchung (Lungenröntgen bei Unregelmäßigkeiten der Atmung, Echographie des Bauchraums, wenn eine Gewebsverdichtung tastbar ist, Blutabnahme bei Verdacht auf Stoffwechselstörungen usw.).

Ist der Krebs einmal lokalisiert, wird in einem nächsten Schritt die lokale Ausdehnung des Tumors untersucht (im Verhältnis zu umgebendem Gewebe und Struktur), der regionale Umfang (sind die Lymphknoten angegriffen, welche die betroffene Region dränieren), sowie das allgemeine Ausmaß (Metastasen). Die Entwicklung der neuen Bildgebungstechnik wie z.B. Scanner oder die Szintigrafie ermöglichen höchs präzise Angaben über das Ausmaß der Erkrankung. Eine klinische Klassifizierung der Tumore ist genauso wie in der Humanmedizin möglich.

Der letzte Schritt, bevor man die Therapie ins Auge fasst, besteht darin, die histologische Beschaffenheit des Tumors zu erkennen. Dazu kann eine Nadelpunktion des Tumors gemacht werden (falls keine Resektion möglich ist), um eine zytologische Untersuchung durchzuführen, oder eine Biopsie. Wird der Tumor chirurgisch entfernt, kann eine histologische Untersuchung gemacht werden.


Behandlung

Sobald die Diagnose Krebs gestellt wurde, wird gemeinsam mit dem Besitzer und unter Berücksichtigung der Prognose sowie der Lebensqualität des Hundes eine Behandlungsentscheidung getroffen. Das Ziel ist stets Heilung, soweit eine solche möglich ist, oder auch Schmerzlinderung, wenn es darum geht, das Leben des Tieres zu erträglichen Bedingungen zu verlängern.

Die Behandlung des Hundes besteht aus unterschiedlichen therapeutischen Maßnahmen: Operation, Strahlentherapie, Chemotherapie. Die Wahl der Therapie ist vom histologischen Befund des Tumors sowie von dessen Lage abhängig (beispielsweise kann eine Strahlentherapie für bestimmte nicht operable Gehirntumoren vorgeschlagen werden oder eine Chemotherapie für systemische Krebsarten wie das Lymphosarkom).

Die Chemotherapie besteht in der Verabreichung von Substanzen, welche die Vermehrung und die Funktion der Zellen verändern und somit direkt auf den Tumor einwirken. Diese Substanzen haben aber auch Nebenwirkungen auf jene Zellen, die der Reproduktion des Organismus dienen (wie beispielsweise das Knochenmark, zuständig für die Produktion roter Blutkörperchen) und führen zu einem Anämie-Syndrom.

Die Strahlentherapie nutzt die physikalische Wirkung von Strahlen auf das Gewebe. Der physikalische Einfluss erwirkt eine biologische Reaktion, die zum Absterben der Zellen führt. Das Ziel der Bestrahlung ist ein zweifaches: die Abtötung der Krebszellen sowie der Schutz der gesunden Zellen der Umgebung.

Um die Behandlung effizienter zu gestalten, kann es auch sinnvoll sein, verschiedene therapeutische Methoden zu kombinieren.

Entgegen verbreitetem Glauben führt die Chemotherapie keineswegs zum völligen Verlust des Fells, ebenso wenig macht sie ihn systematisch krank. Sie wird vom Hund sogar besser vertragen als vom Menschen.

Der Tierarzt ist durch die Konfrontation mit Krebs beim Hund keineswegs hilflos. Vielmehr arbeitet die Humanonkologie in bestimmten spezialisierten Zentren mit der Veterinärmedizin zusammen, um so neue Behandlungsmethoden zu entwickeln.

 


   
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