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Hausgemachtes Futter oder Fertignahrung?

KatzenliebhaberInnen möchten manchmal ihrem Schützling selbst das Essen zubereiten. Dies ist möglich, doch man muss sich zu diesem Zweck an der natürlichen Nahrung der Katze orientieren, d.h. man muss täglich die Nährstoffe (Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitamine und Mineralien) zuführen, die in etwa zehn Mäusen, ganz zu schweigen von Vögeln und Kräutern, stecken. Da ist es zur Lösung dieses Problems heute einfacher und sicherer, zu industriell hergestelltem Futter zu greifen. Die Kenntnisse der Hersteller sind nicht von gestern! Ihre Produkte wurden seit den zwanziger Jahren bis heute ständig verbessert.


Hausgemachtes Futter

Es ist durchaus möglich, Katzen mit hausgemachtem Futter aus frischen Nahrungsmitteln artgerecht zu ernähren, wenn man einige Regeln beachtet:

  • Das Futter muss zu großen Anteilen aus tierischen Produkten bestehen und mit Mineralien und Vitaminen angereichert sein,
  • Es muss ausgewogen sein und genügend Proteine, Energie usw. liefern.
  • Die Inhaltsstoffe müssen, zumindest ab und zu, abgewogen werden, um die verfütterten Mengen zu überprüfen.
  • Es muss überwacht werden, dass die Katze nicht nur einzelne Brocken aus ihrem Futter fischt, sondern alles frisst.
  • Dem aus Fleisch, Reis oder Nudeln, frischem Gemüse und Pflanzenöl bestehenden Futter muss ein mineralien- und vitaminhaltiger Zusatzstoff zugesetzt werden. Dieser sollte Kalzium und Phosphor im Verhältnis 2:1 enthalten. Katzen müssen nämlich mit dem Futter etwa 50 verschiedene Nährstoffe erhalten. Die Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen kann nur durch ein speziell für Katzen entwickeltes Zusatzpräparat erfolgen, welches beim Tierarzt erhältlich ist..

Die Inhaltsstoffe des hausgemachten Futters

Fleisch kann je nach Sorte gut oder schlecht geeignet sein. Je mehr Kollagen es enthält (Bänder und Sehnenhäute), umso schlechter sind seine Nähreigenschaften. Zum Rindfleisch ist zu sagen, dass man am besten Ware mittlerer Qualität wählt, wie Gulasch oder Schmorfleisch. Man kann auch zu Pferdefleisch greifen. Diese Fleischsorten können roh oder leicht angebraten verfüttert werden, doch nicht in Wasser gekocht. Schweinefleisch dagegen muss gut durchgegart sein, um eine Infektion der Katze mit Parasiten zu vermeiden. Geflügel kann übrigens auf jede Art gegart werden und zeichnet sich durch die gute Verwertbarkeit der Fette aus. Alle diese Fleischprodukte enthalten aber für Katzen nicht ausreichend Mineralstoffe, insbesondere fehlt Kalzium. Was soll man von frischer Ware, die unter der Bezeichnung "Fleisch für Tiere" verkauft wird, halten ? Wenn man aus dieser die Bänder und Sehnenhäute entfernt, kann ihre Qualität ausreichend sein, doch das Produkt bleibt meistens sehr fetthaltig. Es sollte nur ausnahmsweise verfüttert werden. Innereien sollten nur in Maßen verwendet werden, insbesondere Leber wegen ihres hohen Vitamin-A-Gehaltes. Dieses Organ darf nur höchstens 10 % der Tagesration ausmachen. Lunge wird seit Jahrhunderten an Katzen verfüttert, doch die darin enthaltenen Proteine sind von mittelmäßiger Güte. Man kann Hauskatzen ab und zu Lunge zu fressen geben, denn sie enthält nur wenig Kalorien. Fisch liefert hochwertige Proteine. Er muss unbedingt ausgenommen und gegart werden, denn die Innereien können eine chemische Verbindung enthalten, die auf Vitamin B eine hemmende Wirkung ausübt. Dieser Stoff heißt Thiaminase und kann zu Störungen des Nervensystems führen. Ein anderer offensichtlicher Nachteil von Fisch ist in den Gräten begründet, die an allen möglichen Stellen des Verdauungstraktes hängen bleiben können. Wir unterscheiden fettreichen Fisch (Fettgehalt über 8 % ) wie Makrele, Sardine, Lachs und Hering, mageren Fisch (Fettgehalt unter 5 %) wie Kabeljau, Seelachs, Rochen und Goldbrasse und mittelfetten Fisch wie Scholle, Kliesche und alle Plattfische.Milchprodukte und Eier sind gute Proteinlieferanten; das Eiklar sollte jedoch gegart werden. Bei der Verdauung des Milchzuckers, der Laktose, gibt es individuell sehr unterschiedliche Ergebnisse. Als Junges verfügt die Katze zwar über ausreichend Laktase, das Enzym, welches Laktose bei der Verdauung abbaut, dies ist im Erwachsenenalter aber nicht mehr der Fall und manches Tier verträgt dann Milch gar nicht mehr. Joghurt enthält keine Laktose und wird deshalb immer gut verdaut. Außerdem kann er zur Gesunderhaltung der Darmflora beitragen. Nicht fermentierter Käse wird auch allgemein gut vertragen. Getreide liefert Energie hauptsachlich in Form von Stärke. Diese muss gut durchgegart werden, um Gärungsprozesse im Darm zu vermeiden. Futtergetreide in aufgeblähter Form (Puffreis usw.) sind gute Energiequellen. Reis sollte so lange gekocht werden, bis er klebrig ist. Gemüse sind für die Versorgung mit Ballaststoffen gut geeignet. Sie liefern Ballast, der die Energiekonzentration herabsetzt und den Transit durch den Darm beschleunigt. Leider verschmäht die Katze Gemüse meist, und es muss deshalb dem Futter gut untergemischt werden. Kartoffeln können nur als sehr gut durchgegarter Brei verwendet werden. Auf Hülsenfrüchte (Bohnen, Kichererbsen) sollte verzichtet werden, da sie Blähungen verursachen. Der Zusatz von Tafelöl ist notwendig, um ein ausgewogenes hausgemachtes Futter zu erhalten. Man wählt vorzugsweise zwischen Soja-, Traubenkern- und Rüböl, deren Fettsäuren in einem günstigen Mengenverhältnis zueinander stehen (Omega 6/Omega 3), im Vergleich zu Oliven- und Erdnussöl. Schließlich sollte bei hausgemachtem Futter durch einen mineralien- und vitaminhaltigen Zusatzstoff der Mangel an diesen Verbindungen, besonders an Kalzium und fettlöslichen Vitaminen, ausgeglichen werden.

 


FUTTERMENGE FÜR EINE ERWACHSENE, 4 KG SCHWERE KATZE (ERHALTUNGSBEDARF)

 

Menge pro Tag : 80 g
Inhaltsstoffe: Fleisch: Rind mit 5 % Fettg., Pferdefleisch, magerer Fisch


Menge pro Tag : 40 g
Inhaltsstoffe : Frisches Gemüse: grüne Bohnen, Porree, Mohrrüben, Zucchini


Menge pro Tag : 80 g
Inhaltsstoffe : Weißer gegarter Reis oder gegarte Nudeln


1 Kaffeelöffel : Soja-, Rüb- oder Traubenkernöl
q.s.p. : Mineralien- und vitaminhaltiger Zusatzstoff (Ca/P = 2/1)o Tag

 

Die Werte sind zur Orientierung gedacht und für eine Katze mit durchschnittlicher Bewegung berechnet; für andere Lebensweisen müssen die Werte angeglichen werden.

 


Industriell hergestellte Futtermittel

Fertigfutter wird in verschiedener Form angeboten: Feucht-, Halbtrocken- und Trockenfutter.

 

Feuchtfutter

 Diese Futtermittel enthalten zwischen 70 und 82 % Wasser. Sie werden sterilisiert und in Konservendosen abgepackt. Sie enthalten zum großen Teil Fleisch und Fleischnebenprodukte vom Schlachthof, die unter anderem auf diese Weise verwertet werden. Feuchtfuttermittel haben unterschiedliche Konsistenzen, ein Merkmal, für das die Katze sehr empfänglich ist. So unterscheiden wir zwischen Pasteten, Terrinen, Häppchen und bei letzteren unterschiedliche Größen. Getreide und Gemüse, die durch die Sterilisation ausreichend gegart sind, sowie zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sind ebenfalls enthalten.

 

Halbtrockenfutter

Der Wassergehalt liegt zwischen 30 und 60 %. Halbtrockenfutter stellen nur einen kleinen Marktanteil dar. Es handelt sich um Halbkonserven, die durch den Zusatz von Konservierungsstoffen wie Glyzerin, Propylenglykol und Sorbinsäure haltbar gemacht werden. Sie werden in Form von Würsten oder als hackfleischähnliche Ware angeboten.

 

Trockenfutter (Kroketten) 

Kroketten enthalten 7 bis 10 % Wasser und 90 bis 93 % Nahrungstrockenmasse. Sicherlich gehört diesen Futtermitteln die Zukunft. In den USA, dem Ursprungsland der Fertigfutterindustrie, ist der Markt gut entwickelt und stabil. 70 % der Hunde und 60 % der Katzen werden mit Fertigfutter ernährt und die Herstellung von hausgemachtem Futter geht immer mehr zurück. Beim Fertigfutter werden 80 % der Hunde- und 65 % der Katzennahrung in Form von Trockenfutter verkauft. Der europäische Markt ist 20 Jahre jünger, doch seine Wachstumskurve verläuft offenbar nach dem gleichen Schema. Derzeit werden 41 % aller Hunde und 54,5 % aller Katzen mit Fertigfutter ernährt. Insgesamt machen Trockenfutter 54 % der Fertigfutter für Hunde und 22 % der für Katzen aus. Der Anstieg liegt beim Hundetrockenfutter im Bereich von 4 %, bezogen auf das Volumen, und bei 8 %, bezogen auf den Wert; bei Katzentrockenfutter liegen die Werte bei 8 % beziehungsweise 16 %. Die Feuchtfutter verlieren jedes Jahr 3 %, bezogen auf das Volumen und stagnieren im Wert. Beim Trockenfutter entwickeln sich die hochwertigen Markenprodukte mit mehr als 20 % Zuwachs im Jahr gut. Mehrere Faktoren sind für diesen Umschwung der Verbraucher und Verbraucherinnen für Trockenfutter, hauptsächlich für die hochwertigen Produkte, verantwortlich.

  • Leistung und Sparsamkeit: Das Futter ist ausgewogen und die Auswahl an Spezialfuttermitteln werden den besonderen Bedürfnissen jeden Tieres gerecht. Es enthält über 90 % Nahrungstrockenmasse.
  • Der Nährwert ist bei gleichem Gewicht bis zu 4,7 mal so hoch wie bei einem Feuchtfutter (70 bis 82 % Feuchtigkeit) und kostet daher nur bis zu einem Drittel so viel wie ein Feuchtfutter und auch sehr viel weniger als die Hausmannskost.
  • Empfehlung der Fachleute: Trockenfutter wird in Frankreich von 90 % der Züchter befürwortet und es repräsentiert fast 85 % des Futterverkaufs durch TierärztInnen.
  • Wirtschaftlichkeit und praktische Handhabung: Diese Eigenschaften sprechen sehr zum Vorteil für Trockenfutter. Es ist, selbst angebrochen, lange haltbar, die Dosierung ist einfach und eine Zubereitung entfällt. Der Transport ist einfacher und es benötigt wenig Lagerplatz.

Die industriell hergestellten Futtermittel und ihre Anwendung

Artgerechte Futtermittel für die Tierernährung

 

  • Standardware

In dieser Gruppe werden alle Futtermittel zusammengefasst, die dem durchschnittlichen Bedarf der Katze genüge tun, ohne ihr Alter, ihre körperliche Aktivität oder besondere Bedürfnisse zu berücksichtigen. In einigen Fällen können sie gut verdaulich sein (Verdaulichkeit 80 %) und recht gern gefressen werden. Futtermittel dieser Sorte, meist Standardfeuchtfutter, findet man hauptsächlich in großen Super- und Verbrauchermärkten.

  • Ernährungsspezifische Futtermittel (manchmal mit der Bezeichnung "Premium")

Die Spitzenprodukte der Alleinfuttermittel decken sehr gut den individuellen Bedarf der Katze je nach ihrem Alter, ihrer körperlichen Aktivität, der Empfindlichkeit der Verdauung und ihrem Geschlechtsstatus (kastriert). Sie sind sehr gut verdaulich (Verdaulichkeit 85 bis 87 %), entsprechen voll und ganz der individuellen Bedarfslage und werden sehr gern gefressen. Sie bestehen aus erstklassigen, ausgewählten Rohstoffen und werden mit hochentwickelten Methoden hergestellt. Ihre sorgfältige Verpackung konserviert sie auf natürliche Weise. Alles zusammen garantiert die gute Haltbarkeit des Futters. Ernährungsspezifische Futtermittel, meistens Trockenfuttermittel, findet man zu 90 % im Fachhandel (Zooläden, Geschäfte für Gartenartikel, Landwirtschaftskooperativen und -märkte und Heimwerkermärkte).

 


 

Die Entstehung eines Futters aus industrieller Herstellung

Die Entwicklung eines Futters ist ein komplizierter Vorgang. Zuerst müssen die physiologischen Bedürfnisse des Tieres erkannt und festgelegt werden. Die Forschung ist auf diesem Gebiet sehr aktiv, und jedes Jahr liefern wissenschaftliche Veröffentlichungen eine bessere Kenntnis über den Futterbedarf der Katze. Diese werden im Leistungsverzeichnis festgelegt. Dann wird die Rezeptur für das Futter erstellt. Anschließend wird dieses zunächst in kleinen Mengen hergestellt, um in Forschungszentren an Versuchsstieren getestet zu werden. Man misst selbstverständlich die Verdaulichkeit und führt auch genaue Versuche über die Akzeptanz durch: Die Katzen können zwischen 2 Futtersorten wählen und man ermittelt, welches sie bevorzugen. Die Tiere werden beobachtet und ihre Exkremente untersucht. Wenn das Futter den Erwartungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entspricht, wird es in kleinen Mengen im Pilotprojekt hergestellt, um den Übergang zur industriellen Herstellung vorzubereiten. Dann werden die Produkte in repräsentativen Gruppen von Zuchtbetrieben, von TierärztInnen und schließlich von VerbraucherInnen geprüft, bevor sie auf den Markt kommen.

 


Diätfutter für Pflege und Gesundheit

Diese Futtermittel werden vom Tierarzt verschrieben und/oder verkauft und erlauben, bei Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes, chronischen Durchfällen und Nierenunterfunktion unterstützend einzugreifen. Diese Futtermittel sind geschmacksverstärkt, um auch von Tieren angenommen zu werden, die durch ihre Krankheit schlechte Fresser geworden sind. Ihre Verdaulichkeit hängt von der zu bekämpfenden Krankheit ab. Sie können zur Vorbeugung bestimmter klinischer Symptome eingesetzt werden und die Wirksamkeit medizinischer Behandlung steigern. Diätfutter wird nur von TierärztInnen verkauft. In Deutschland darf dieser Personenkreis auch andere Futtermittel vertreiben. Hochwertige Markentrockenfuttermittel stellen mehr als 84 % aller von Tierärzten/-ärztinnen verkauften Katzenfuttermittel dar (Quelle: Royal Canin).


Fertigfuttermittel: Vor-und Nachteile

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KatzenliebhaberInnen möchten manchmal ihrem Schützling selbst das Essen zubereiten. Dies ist möglich, doch man muss sich zu diesem Zweck an der natürlichen Nahrung der Katze orientieren, d.h. man muss täglich die Nährstoffe (Proteine, Fette, Kohlehydrate, Vitamine und Mineralien) zuführen, die in etwa zehn Mäusen, ganz zu schweigen von Vögeln und Kräutern, stecken. Da ist es zur Lösung dieses Problems heute einfacher und sicherer, zu industriell hergestelltem Futter zu greifen. Die Kenntnisse der Hersteller sind nicht von gestern! Ihre Produkte wurden seit den zwanziger Jahren bis heute ständig verbessert.


Hausgemachtes Futter

Es ist durchaus möglich, Katzen mit hausgemachtem Futter aus frischen Nahrungsmitteln artgerecht zu ernähren, wenn man einige Regeln beachtet:

  • Das Futter muss zu großen Anteilen aus tierischen Produkten bestehen und mit Mineralien und Vitaminen angereichert sein,
  • Es muss ausgewogen sein und genügend Proteine, Energie usw. liefern.
  • Die Inhaltsstoffe müssen, zumindest ab und zu, abgewogen werden, um die verfütterten Mengen zu überprüfen.
  • Es muss überwacht werden, dass die Katze nicht nur einzelne Brocken aus ihrem Futter fischt, sondern alles frisst.
  • Dem aus Fleisch, Reis oder Nudeln, frischem Gemüse und Pflanzenöl bestehenden Futter muss ein mineralien- und vitaminhaltiger Zusatzstoff zugesetzt werden. Dieser sollte Kalzium und Phosphor im Verhältnis 2:1 enthalten. Katzen müssen nämlich mit dem Futter etwa 50 verschiedene Nährstoffe erhalten. Die Zufuhr von Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen kann nur durch ein speziell für Katzen entwickeltes Zusatzpräparat erfolgen, welches beim Tierarzt erhältlich ist..

Die Inhaltsstoffe des hausgemachten Futters

Fleisch kann je nach Sorte gut oder schlecht geeignet sein. Je mehr Kollagen es enthält (Bänder und Sehnenhäute), umso schlechter sind seine Nähreigenschaften. Zum Rindfleisch ist zu sagen, dass man am besten Ware mittlerer Qualität wählt, wie Gulasch oder Schmorfleisch. Man kann auch zu Pferdefleisch greifen. Diese Fleischsorten können roh oder leicht angebraten verfüttert werden, doch nicht in Wasser gekocht. Schweinefleisch dagegen muss gut durchgegart sein, um eine Infektion der Katze mit Parasiten zu vermeiden. Geflügel kann übrigens auf jede Art gegart werden und zeichnet sich durch die gute Verwertbarkeit der Fette aus. Alle diese Fleischprodukte enthalten aber für Katzen nicht ausreichend Mineralstoffe, insbesondere fehlt Kalzium. Was soll man von frischer Ware, die unter der Bezeichnung "Fleisch für Tiere" verkauft wird, halten ? Wenn man aus dieser die Bänder und Sehnenhäute entfernt, kann ihre Qualität ausreichend sein, doch das Produkt bleibt meistens sehr fetthaltig. Es sollte nur ausnahmsweise verfüttert werden. Innereien sollten nur in Maßen verwendet werden, insbesondere Leber wegen ihres hohen Vitamin-A-Gehaltes. Dieses Organ darf nur höchstens 10 % der Tagesration ausmachen. Lunge wird seit Jahrhunderten an Katzen verfüttert, doch die darin enthaltenen Proteine sind von mittelmäßiger Güte. Man kann Hauskatzen ab und zu Lunge zu fressen geben, denn sie enthält nur wenig Kalorien. Fisch liefert hochwertige Proteine. Er muss unbedingt ausgenommen und gegart werden, denn die Innereien können eine chemische Verbindung enthalten, die auf Vitamin B eine hemmende Wirkung ausübt. Dieser Stoff heißt Thiaminase und kann zu Störungen des Nervensystems führen. Ein anderer offensichtlicher Nachteil von Fisch ist in den Gräten begründet, die an allen möglichen Stellen des Verdauungstraktes hängen bleiben können. Wir unterscheiden fettreichen Fisch (Fettgehalt über 8 % ) wie Makrele, Sardine, Lachs und Hering, mageren Fisch (Fettgehalt unter 5 %) wie Kabeljau, Seelachs, Rochen und Goldbrasse und mittelfetten Fisch wie Scholle, Kliesche und alle Plattfische.Milchprodukte und Eier sind gute Proteinlieferanten; das Eiklar sollte jedoch gegart werden. Bei der Verdauung des Milchzuckers, der Laktose, gibt es individuell sehr unterschiedliche Ergebnisse. Als Junges verfügt die Katze zwar über ausreichend Laktase, das Enzym, welches Laktose bei der Verdauung abbaut, dies ist im Erwachsenenalter aber nicht mehr der Fall und manches Tier verträgt dann Milch gar nicht mehr. Joghurt enthält keine Laktose und wird deshalb immer gut verdaut. Außerdem kann er zur Gesunderhaltung der Darmflora beitragen. Nicht fermentierter Käse wird auch allgemein gut vertragen. Getreide liefert Energie hauptsachlich in Form von Stärke. Diese muss gut durchgegart werden, um Gärungsprozesse im Darm zu vermeiden. Futtergetreide in aufgeblähter Form (Puffreis usw.) sind gute Energiequellen. Reis sollte so lange gekocht werden, bis er klebrig ist. Gemüse sind für die Versorgung mit Ballaststoffen gut geeignet. Sie liefern Ballast, der die Energiekonzentration herabsetzt und den Transit durch den Darm beschleunigt. Leider verschmäht die Katze Gemüse meist, und es muss deshalb dem Futter gut untergemischt werden. Kartoffeln können nur als sehr gut durchgegarter Brei verwendet werden. Auf Hülsenfrüchte (Bohnen, Kichererbsen) sollte verzichtet werden, da sie Blähungen verursachen. Der Zusatz von Tafelöl ist notwendig, um ein ausgewogenes hausgemachtes Futter zu erhalten. Man wählt vorzugsweise zwischen Soja-, Traubenkern- und Rüböl, deren Fettsäuren in einem günstigen Mengenverhältnis zueinander stehen (Omega 6/Omega 3), im Vergleich zu Oliven- und Erdnussöl. Schließlich sollte bei hausgemachtem Futter durch einen mineralien- und vitaminhaltigen Zusatzstoff der Mangel an diesen Verbindungen, besonders an Kalzium und fettlöslichen Vitaminen, ausgeglichen werden.

 


FUTTERMENGE FÜR EINE ERWACHSENE, 4 KG SCHWERE KATZE (ERHALTUNGSBEDARF)

 

Menge pro Tag : 80 g
Inhaltsstoffe: Fleisch: Rind mit 5 % Fettg., Pferdefleisch, magerer Fisch


Menge pro Tag : 40 g
Inhaltsstoffe : Frisches Gemüse: grüne Bohnen, Porree, Mohrrüben, Zucchini


Menge pro Tag : 80 g
Inhaltsstoffe : Weißer gegarter Reis oder gegarte Nudeln


1 Kaffeelöffel : Soja-, Rüb- oder Traubenkernöl
q.s.p. : Mineralien- und vitaminhaltiger Zusatzstoff (Ca/P = 2/1)o Tag

 

Die Werte sind zur Orientierung gedacht und für eine Katze mit durchschnittlicher Bewegung berechnet; für andere Lebensweisen müssen die Werte angeglichen werden.

 


Industriell hergestellte Futtermittel

Fertigfutter wird in verschiedener Form angeboten: Feucht-, Halbtrocken- und Trockenfutter.

 

Feuchtfutter

 Diese Futtermittel enthalten zwischen 70 und 82 % Wasser. Sie werden sterilisiert und in Konservendosen abgepackt. Sie enthalten zum großen Teil Fleisch und Fleischnebenprodukte vom Schlachthof, die unter anderem auf diese Weise verwertet werden. Feuchtfuttermittel haben unterschiedliche Konsistenzen, ein Merkmal, für das die Katze sehr empfänglich ist. So unterscheiden wir zwischen Pasteten, Terrinen, Häppchen und bei letzteren unterschiedliche Größen. Getreide und Gemüse, die durch die Sterilisation ausreichend gegart sind, sowie zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe sind ebenfalls enthalten.

 

Halbtrockenfutter

Der Wassergehalt liegt zwischen 30 und 60 %. Halbtrockenfutter stellen nur einen kleinen Marktanteil dar. Es handelt sich um Halbkonserven, die durch den Zusatz von Konservierungsstoffen wie Glyzerin, Propylenglykol und Sorbinsäure haltbar gemacht werden. Sie werden in Form von Würsten oder als hackfleischähnliche Ware angeboten.

 

Trockenfutter (Kroketten) 

Kroketten enthalten 7 bis 10 % Wasser und 90 bis 93 % Nahrungstrockenmasse. Sicherlich gehört diesen Futtermitteln die Zukunft. In den USA, dem Ursprungsland der Fertigfutterindustrie, ist der Markt gut entwickelt und stabil. 70 % der Hunde und 60 % der Katzen werden mit Fertigfutter ernährt und die Herstellung von hausgemachtem Futter geht immer mehr zurück. Beim Fertigfutter werden 80 % der Hunde- und 65 % der Katzennahrung in Form von Trockenfutter verkauft. Der europäische Markt ist 20 Jahre jünger, doch seine Wachstumskurve verläuft offenbar nach dem gleichen Schema. Derzeit werden 41 % aller Hunde und 54,5 % aller Katzen mit Fertigfutter ernährt. Insgesamt machen Trockenfutter 54 % der Fertigfutter für Hunde und 22 % der für Katzen aus. Der Anstieg liegt beim Hundetrockenfutter im Bereich von 4 %, bezogen auf das Volumen, und bei 8 %, bezogen auf den Wert; bei Katzentrockenfutter liegen die Werte bei 8 % beziehungsweise 16 %. Die Feuchtfutter verlieren jedes Jahr 3 %, bezogen auf das Volumen und stagnieren im Wert. Beim Trockenfutter entwickeln sich die hochwertigen Markenprodukte mit mehr als 20 % Zuwachs im Jahr gut. Mehrere Faktoren sind für diesen Umschwung der Verbraucher und Verbraucherinnen für Trockenfutter, hauptsächlich für die hochwertigen Produkte, verantwortlich.

  • Leistung und Sparsamkeit: Das Futter ist ausgewogen und die Auswahl an Spezialfuttermitteln werden den besonderen Bedürfnissen jeden Tieres gerecht. Es enthält über 90 % Nahrungstrockenmasse.
  • Der Nährwert ist bei gleichem Gewicht bis zu 4,7 mal so hoch wie bei einem Feuchtfutter (70 bis 82 % Feuchtigkeit) und kostet daher nur bis zu einem Drittel so viel wie ein Feuchtfutter und auch sehr viel weniger als die Hausmannskost.
  • Empfehlung der Fachleute: Trockenfutter wird in Frankreich von 90 % der Züchter befürwortet und es repräsentiert fast 85 % des Futterverkaufs durch TierärztInnen.
  • Wirtschaftlichkeit und praktische Handhabung: Diese Eigenschaften sprechen sehr zum Vorteil für Trockenfutter. Es ist, selbst angebrochen, lange haltbar, die Dosierung ist einfach und eine Zubereitung entfällt. Der Transport ist einfacher und es benötigt wenig Lagerplatz.

Die industriell hergestellten Futtermittel und ihre Anwendung

Artgerechte Futtermittel für die Tierernährung

 

  • Standardware

In dieser Gruppe werden alle Futtermittel zusammengefasst, die dem durchschnittlichen Bedarf der Katze genüge tun, ohne ihr Alter, ihre körperliche Aktivität oder besondere Bedürfnisse zu berücksichtigen. In einigen Fällen können sie gut verdaulich sein (Verdaulichkeit 80 %) und recht gern gefressen werden. Futtermittel dieser Sorte, meist Standardfeuchtfutter, findet man hauptsächlich in großen Super- und Verbrauchermärkten.

  • Ernährungsspezifische Futtermittel (manchmal mit der Bezeichnung "Premium")

Die Spitzenprodukte der Alleinfuttermittel decken sehr gut den individuellen Bedarf der Katze je nach ihrem Alter, ihrer körperlichen Aktivität, der Empfindlichkeit der Verdauung und ihrem Geschlechtsstatus (kastriert). Sie sind sehr gut verdaulich (Verdaulichkeit 85 bis 87 %), entsprechen voll und ganz der individuellen Bedarfslage und werden sehr gern gefressen. Sie bestehen aus erstklassigen, ausgewählten Rohstoffen und werden mit hochentwickelten Methoden hergestellt. Ihre sorgfältige Verpackung konserviert sie auf natürliche Weise. Alles zusammen garantiert die gute Haltbarkeit des Futters. Ernährungsspezifische Futtermittel, meistens Trockenfuttermittel, findet man zu 90 % im Fachhandel (Zooläden, Geschäfte für Gartenartikel, Landwirtschaftskooperativen und -märkte und Heimwerkermärkte).

 


 

Die Entstehung eines Futters aus industrieller Herstellung

Die Entwicklung eines Futters ist ein komplizierter Vorgang. Zuerst müssen die physiologischen Bedürfnisse des Tieres erkannt und festgelegt werden. Die Forschung ist auf diesem Gebiet sehr aktiv, und jedes Jahr liefern wissenschaftliche Veröffentlichungen eine bessere Kenntnis über den Futterbedarf der Katze. Diese werden im Leistungsverzeichnis festgelegt. Dann wird die Rezeptur für das Futter erstellt. Anschließend wird dieses zunächst in kleinen Mengen hergestellt, um in Forschungszentren an Versuchsstieren getestet zu werden. Man misst selbstverständlich die Verdaulichkeit und führt auch genaue Versuche über die Akzeptanz durch: Die Katzen können zwischen 2 Futtersorten wählen und man ermittelt, welches sie bevorzugen. Die Tiere werden beobachtet und ihre Exkremente untersucht. Wenn das Futter den Erwartungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entspricht, wird es in kleinen Mengen im Pilotprojekt hergestellt, um den Übergang zur industriellen Herstellung vorzubereiten. Dann werden die Produkte in repräsentativen Gruppen von Zuchtbetrieben, von TierärztInnen und schließlich von VerbraucherInnen geprüft, bevor sie auf den Markt kommen.

 


Diätfutter für Pflege und Gesundheit

Diese Futtermittel werden vom Tierarzt verschrieben und/oder verkauft und erlauben, bei Erkrankungen wie Fettleibigkeit, Diabetes, chronischen Durchfällen und Nierenunterfunktion unterstützend einzugreifen. Diese Futtermittel sind geschmacksverstärkt, um auch von Tieren angenommen zu werden, die durch ihre Krankheit schlechte Fresser geworden sind. Ihre Verdaulichkeit hängt von der zu bekämpfenden Krankheit ab. Sie können zur Vorbeugung bestimmter klinischer Symptome eingesetzt werden und die Wirksamkeit medizinischer Behandlung steigern. Diätfutter wird nur von TierärztInnen verkauft. In Deutschland darf dieser Personenkreis auch andere Futtermittel vertreiben. Hochwertige Markentrockenfuttermittel stellen mehr als 84 % aller von Tierärzten/-ärztinnen verkauften Katzenfuttermittel dar (Quelle: Royal Canin).


Fertigfuttermittel: Vor-und Nachteile

 


   
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