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Der Erhaltungsbedarf der erwachsenen Katze

Vorausgesetzt, dass Wasser ständig zur Verfügung gestellt wird, kann man das ideale Katzenfutter für den Erhaltungsbedarf genau bestimmen. Dieses soll das Idealgewicht des Tieres halten und gern von ihm gefressen werden.


Proteine

Außer qualitativen Gesichtspunkten (Bedarf an Taurin) unterscheidet sich der Bedarf der Katze vom Hund dadurch, dass sie größere Mengen an Proteinen benötigt. Der Proteinbedarf wird im Verhältnis zum Energiebedarf angegeben. Katzen brauchen etwa 80 g Proteine auf 1.000 kcal verstoffwechselbare Energie.


Fette

Sie dienen außer der Energiezufuhr auch dazu, dass die Nahrung gern gefressen wird. Je fetthaltiger das Futter ist, desto mehr frisst die Katze davon und desto eher kann das Tier übergewichtig werden. Derzeit ist man sich einig, dass etwa 10 % Fett bezogen auf die Gesamttrockenmasse für den Erhaltungsbedarf der Katze ausreicht. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass insbesondere die Qualität der Fette und ihr Gehalt an essentiellen Fettsäuren (Arachidon- und Linolensäure) zählt. Ein Mangel an diesen Fettsäuren führt zu Wachstumsverzögerungen, Unfruchtbarkeit, Haarausfall, Leberverfettung und Störungen der Blutgerinnung. Ein ausgewogenes Futter erhält man, wenn Fette tierischer und pflanzlicher Herkunft sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.


Kohlehydrate

Es scheint, dass Katzen auf die Zufuhr von Stärke verzichten können, doch es ist praktisch, diesen Nährstoff als Energielieferanten zu nutzen, um die Fresslust der Tiere nicht zu stark anzuregen und damit das Risiko von Fettleibigkeit zu verringern. Die Ballaststoffe sollten mäßig und in einer guten Mischung von vergärbaren und nicht vergärbaren Anteilen verfüttert werden, damit die Vorteile beider Gruppen genutzt werden können.


Mineralstoffe

Die folgenden Tabellen zeigen die Empfehlungen für die Zufuhr an Mengenelementen. Es wird jeweils eine Spannbreite von Verträglichkeit bis zu den günstigsten Bedingungen angegeben. Kalzium (Ca) und Phosphor (P), die für das Knochenwachstum benötigt werden, müssen in einem Verhältnis Ca/P zwischen 1 und 1,5 gereicht werden. Katzen können Kochsalz (NaCl) sehr gut vertragen, wenn ihnen stets genügend frisches Wasser zur Verfügung steht. Wenn das Futter sehr proteinreich ist, steigt der Bedarf an Kalium. Kaliummangel führt u.a. zu Wachstumsstörungen, Schläfrigkeit und Muskelschwäche. Magnesium sollte in geringen Mengen zugeführt werden. Bei Mangelzuständen werden Wachstumsverzögerung, Schläfrigkeit, Krämpfe und Muskelschwäche beschrieben. Eine Überversorgung kann jedoch ebenso schädlich sein. Wenn der pH-Wert des Urins nicht sauer genug ist, (pH > 6,5) , erhöht Magnesium die Gefahr der Bildung von Ammoniak-Magnesium-Harnsteinen ("Struvitharnsteine").

Die folgende Tabelle gibt die empfohlenen Mengen der Versorgung mit Spurenelementen an.


Die Erwachsene Katze mit Idealgewicht: Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Die wohlbeleibte Erwachsene Katze: Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Die empfindliche oder wählerische Erwachsene Katze: Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Vitamine

Beim Vitamin A ist ein Mangel genauso schädlich wie eine Überversorgung. Mangelzustände zeichnen sich durch Störungen bei der Fortpflanzung, Wachstumsstillstand, Sehstörungen, Hauterkrankungen (Hyper1keratose, d.h. Verdickung der Hornschicht der Haut) und Schwächung des Immunsystems aus. Die Überversorgung dagegen, die bei der Katze im Falle der ausschließlichen Ernährung mit Leber auftritt, führt zu Schläfrigkeit und ankylosierender Spondylose (Erkrankung der Wirbelkörper mit Gelenkversteifung), die sogar zur Verschmelzung der Wirbel führen kann. Da Katzen das Vitamin D nicht selbst aufbauen können, muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Eine Überversorgung kann Verkalkungen an verschiedenen Organen (Nieren Leber usw.) zur Folge haben. Die Aufgaben des Vitamins E sind heute besser bekannt. Es besitzt eine Schutzwirkung gegen freie Radikale (Gefahr der Zellalterung) und stärkt das Immunsystem. Ein Mangel verfärbt das Fettgewebe gelb-orange. Die Empfehlungen für die Zufuhr an Vitaminen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.


Trächtigkeit und Säugezeit

Die durchschnittliche Tragzeit der Katze dauert 66 Tage und ein Wurf besteht meist aus 3 bis 5 Jungen mit einem Körpergewicht von etwa 100 g. Schon am Anfang der Trächtigkeit nimmt die Katze an Körpergewicht zu. Etwa bis zum 40. Tag frisst sie sich die Reserven für die Säugezeit an. Der Gewichtszuwachs während der letzten 26 Tage entspricht hauptsächlich dem Wachstum der Jungen in utero (d.h. in der Gebärmutter). Es ist selbstverständlich, dass die Katze zu dieser Zeit mehr fressen muss. Man sollte ihr von Beginn der Trächtigkeit an ein fettreicheres Futter (Futter für Katzenjunge / trächtige oder säugende Katzen) geben, um das Risiko von Totgeburten zu vermindern. Besonders muss auf den Tauringehalt des Futters geachtet werden. Der empfohlene Mindestgehalt ist auf 0,1 % in Trockenfutter und auf 0,25 % in Feuchtfutter festgesetzt.Das Futter sollte nicht angesäuert sein, denn das kann der Knochenentwicklung der Föten schaden. Was die Menge betrifft, wird empfohlen, die Ration während der ersten 8 Wochen wöchentlich jeweils um 10 % zu erhöhen. Die Katze darf aber auch nicht zu dick werden, denn dies kann zu Schwierigkeiten beim Werfen führen. Die Zeit des Säugens ist ebenfalls eine entscheidende Phase. Während dieser Zeit bildet das Muttertier das Anderthalbfache seines Körpergewichtes an Milch. Diese enthält bei Katzen besonders viel Fette und Proteine. So kann man verstehen, dass während der Säugezeit deutlich mehr Energie benötigt wird (der doppelte bis dreifache Erhaltungsbedarf) als während der Tragzeit. Das Erhaltungsfutter kann noch so reichhaltig und energiehaltig sein, es genügt nicht, den Bedarf der Katzenmutter zu decken. Unmittelbar nach dem Werfen wiegt die Katze etwa 20 % mehr als zum Zeitpunkt der Empfängnis. Dieses Mehrgewicht, hauptsächlich Fettreserven, wird normalerweise während der Zeit des Säugens abgebaut. Es wird empfohlen, ab der Geburt der Jungen der Katze ständig Futter zur Verfügung zu stellen, damit sie fressen kann, so viel sie möchte. Die Nahrung sollte immer noch fettreich sein; Futter für Katzenjunge leistet hier gute Dienste. Bis zum Absetzen sollte die Ernährung auf diese Weise sichergestellt sein. Danach wird das Muttertier wieder langsam auf seine Erhaltungsbedarf eingestellt.


Entwicklung des Körpergewichtes und des Energieverbrauches einer Katze in der Fortpflanzungsperiode

Die trächtige oder säugende Katze: Beispiel eines Trockenkomplettfutters

Wachstum des Katzenjungen

Die Säugezeit dauert 5 bis 7 Wochen. Zu Beginn erhalten die Jungen die Erstmilch (Kolostrum), die viele Antikörper enthält, welche den ersten Schutz vor Infektionskrankheiten darstellen. Ein Katzenjunges wächst sehr schnell: Es nimmt täglich 10 bis 15g zu, verdoppelt sein Geburtsgewicht in 10 Tagen und nach 7 bis 8 Wochen wiegt es schon 5 bis 7 Mal so viel. Es ist sehr sinnvoll, die Jungen täglich zur selben Uhrzeit zu wiegen. Wenn das Körpergewicht nicht zu- oder vielleicht sogar abnimmt, sollte man Milch zufüttern, desgleichen, wenn die Kätzchen viel wimmern. Kuhmilch ist jedoch für diesen Zweck völlig ungeeignet, denn sie enthält zu viel Laktose (Milchzucker) und nicht genug Kalorien siehe "Lebenzyclus"). Man findet im Handel Ersatzmilch für Katzen, die genau hierfür entwickelt wurde. Eine solche Fütterung erfordert viel Zeit und Geduld.



Das Absetzen

Man sollte die Katzenjungen sehr langsam absetzen. Ab dem Alter von drei Wochen kann eine speziell hierfür entwickelte Nahrung zugefüttert werden. Zunächst werden hiervon nur kleinste Mengen gegeben, die aber stetig erhöht werden und so auch das Muttertier entlasten. Zu Beginn kann dieses Futter mit Ersatzmilch für Katzen gemischt werden, um die Jungen leichter daran zu gewöhnen. Wenn die Jungen das Alter von 5 Wochen erreicht haben, beginnt die Mutter von selbst, ihre Kinder weniger zu umsorgen. Wenn man den Nachwuchs frühzeitig an das Futter "für Katzenjunge" gewöhnt hat, frisst dieser viel leichter die neue Nahrung und das Absetzen ist problemlos. Sind die Jungen jedoch noch sehr abhängig von der Muttermilch, dann kann es zu einer Unterversorgung mit Energie und demzufolge zu einer Wachstumsverzögerung kommen. Während der Phase des Absetzens wird empfohlen, nach und nach das Muttertier von den Jungen zu trennen, so, dass die Kleinen alleine freien Zugang zum Napf erhalten. Schließlich lässt man den Nachwuchs nur noch über Nacht bei ihrer Mutter. Im Alter von 7 bis 8 Wochen können sie, nun völlig unabhängig, weggegeben werden. Um die Milch der Mutter völlig versiegen zu lassen, ist eine wasserarme Diät für die Dauer von 24 Stunden zu empfehlen.


Absetzen der Jungen : Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Die Fütterung der Katzenjungen

Das Wichtigste bei der Ernährung der Katzenjungen ist die Umstellung von Milch auf feste Nahrung . Das Futter für das Muttertier ist auch für die Jungen gut geeignet. Es enthält viel Kalzium, viele Vitamine und hochwertige Proteine und ist kalorienreich. Während der ersten Lebenswochen entwickelt sich das Verdauungssystem der Jungen und sie vertragen nach und nach den Milchzucker immer schlechter, nehmen jedoch immer besser Stärke aus Getreide auf. Diese Fähigkeit entwickelt sich jedoch sehr langsam. Um die Gefahr von Durchfällen beim Absetzen zu verringern, ist es empfehlenswert, ein Futter mit weniger als 30 % Stärke in der Trockenmasse zu wählen. Diese Durchfälle führen bei sehr jungen Tieren zu Wachstumsverzögerungen und Austrocknung mit manchmal tragischen Folgen und sollten daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wegen der Vorteile des Trockenfutters sollte dieses von Anfang an verfüttert werden. Anfänglich wird es mit Ersatzmilch befeuchtet, später mit Fleischbrühe einfach nur mit Wasser. Der Futterneid der Kleinen erleichtert das Verfüttern, wenn der Napf so groß ist, dass alle gleichzeitig fressen können. Man sollte für 3 bis 5 Mahlzeiten am Tage sorgen. Die den Kroketten zugegebenen Flüssigkeitsmengen sollten langsam verringert werden, bis am Ende des Absetzens nur noch trockenes Futter verfüttert wird. Statt dessen stellt man den Jungen frisches Wasser im Trinknapf zur ständigen Verfügung. Das wichtigste am Futter beim Absetzen ist der hohe Energiegehalt. Ein Katzenjunges benötigt im Alter von 8 Wochen 3 mal mehr Energie pro Kilo Körpergewicht als eine erwachsene Katze (200 bis 250 kcal/kg). Dies entspricht etwa 30 bis 50 g Trockenfutter "für Katzenjunge" täglich, je nach Körpergewicht und deshalb je nach Rasse. Bis zum Alter von 12 Wochen ist der Bedarf sehr hoch und sinkt dann langsam ab, da das Tier in eine Phase langsameren Wachstums gelangt. Trotzdem kann diese spezielle Wachstumsnahrung verfüttert werden, bis das Tier ein Jahr alt und ausgewachsen ist und dann als erwachsene Katze gilt.




Die alte Katze

Die Lebenserwartung der Katze hat sich in den letzten Jahren durch ärztliche Hilfe und die Anpassung der Ernährungsweise erhöht. Die durchschnittliche Lebensdauer liegt bei 14 Jahren und Katzen, die älter als 20 Jahre sind, sind nicht mehr selten. Der Rekord ist ein Alter von 30 Jahren. Alte Katzen haben andere Ernährungsbedürfnisse als jüngere Tiere. Bestimmte Erkrankungen werden häufiger beobachtet, beispielsweise chronische Nierenunterfunktion, Erkrankungen im Bereich des Mauls, Tumoren, Verschleißerscheinungen an Knochen und Muskeln, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Die meisten dieser Krankheiten können geheilt bzw. gelindert oder durch Diät verzögert werden. Geeignete Nährstoffe: Der Alterungsprozess ist eine sehr komplizierte Sache. Er geht einher mit vermehrter Entstehung freier Radikale, gegen die sich das Tier mit oxidationshemmenden Substanzen schützt. Dieser Schutz verringert sich im Laufe des Alterns immer mehr. Hier kann man dem Organismus mit den Vitaminen E und C helfen, die mit der Nahrung zugeführt werden. Vitamin C kann vor Erkrankungen der Zähne und des umliegenden Gewebes schützen und Vitamin E kann durch Verringerung der Entstehung der freien Radikale die Folgen des Alterungsprozesses vermindern. Diese beiden Vitamine regen ebenfalls das Immunsystem an. Deshalb sollten diese Vitaminen ab dem Alter von 10 Jahren in 5 bis 6 mal so hohen Dosen verabreicht werden. Auch andere Veränderungen in der Ernährungsweise sind notwendig. Da Appetit und Verdauung schwächer werden, ist ein energiereicheres Futter empfehlenswert. Das Futter sollte den Fresstrieb des Tieres anregen und die Kroketten sollten jetzt weicher sein, um Schwierigkeiten beim Kauen zu vermeiden. Eine lebhafte Diskussion über die Herabsetzung des Proteingehaltes ist lange in der Wissenschaft geführt worden. Diese Maßnahme verzögert keinesfalls das Altern der Nieren und kann nur dem Verfall der Muskulatur und der Schwächung des Immunsystems Vorschub leisten. Eine Verringerung der Phosphorkonzentration im Futter ist jedoch empfehlenswert. Ab einem bestimmten Alter sollten auch Nahrungsmittel, die den Urin saurer machen, vermieden werden, denn sie begünstigen die Entstehung von Oxalatsteinen (Harnsteine), die häufiger bei alten Katzen beobachtet wird.

 



Die alte Katze:  Beispiel eines  Trockenkomplettfutters



Ein Sonderfall: die kastrierte Katze und die Gefahr der Fettleibigkeit

Die Kastration von Katzen ist eine verbreitete Maßnahme, die die Fortpflanzung verhindert und den Unannehmlichkeiten des Geschlechtstriebes der Tiere entgegen wirkt. Letztere bestehen beim Weibchen in Lautäußerungen und beim Männchen in den Reviermarkierungen durch Duftmarken. Kastrierte Katzen sind ruhiger, streunen weniger herum und leben durchschnittlich doppelt so lange wie intakte Katzen. Die Kastration hat jedoch sowohl bei Katzen als auch bei Katern 2 Folge-erscheinungen: einen geringeren Grundbedarf an Energie und eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Lässt man die Tiere soviel fressen, wie sie wollen, nehmen Männchen 26 % und Weibchen 18 % mehr an Nahrung auf als vor der Kastration. Die Folge ist, dass das Körpergewicht bei Katzen, die freien Zugang zum Napf haben, um durchschnittlich 26 % ansteigt. Diese Gewichtszunahme ist direkt vom Fettgehalt der Nahrung abhängig und kann leicht zu einer echten Fettleibigkeit führen. Je fetthaltiger nämlich das Futter ist, desto mehr Kalorien enthält es und umso lieber wird es gefressen. Die Katze frisst also mehr und nimmt mehr Kalorien auf, obwohl ihr Bedarf gemindert ist. Der Überschuss an aufgenommener Energie wird im Fettgewebe gelagert. Fettleibigkeit hat mehrere schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Das Risiko einer Diabetes wird vervierfacht, die Tiere lahmen 3 mal häufiger und nichtallergische Hauterkrankungen kommen doppelt so häufig vor. Die Auswirkungen der Kastration, wie zum Beispiel der Einfluss auf die Bildung von Harnsteinen (siehe Kapitel - Ernährung und Gesundheit - ), von Gefahr der schnellen Gewichtszunahme einmal abgesehen, werden langfristig deutlich, da sich die Lebenserwartung kastrierter Katzen erhöht. Der chirurgische Eingriff sollte also von einer Umstellung der Ernährung begleitet werden. Eine kastrierte Katze sollte Nahrung mit etwa 10 % weniger Fett und eine genau bemessene Futterportion erhalten, damit die Nahrungsaufnahme genau überwacht und Überversorgung vermieden werden kann. Diese Umstellung, die zur Vermeidung von Übergewicht unbedingt nötig ist, kann übrigens schon einige Wochen vor der Kastration erfolgen, damit das Tier sich daran gewöhnen kann. So wird vermieden, dass zu der Belastung der Operation auch noch der Stress durch die Veränderung der Ernährungsweise hinzukommt.

 


Die Kastration von Katzen ist eine verbreitete Maßnahme, die die Fortpflanzung verhindert und den Unannehmlichkeiten des Geschlechtstriebes der Tiere entgegen wirkt. Letztere bestehen beim Weibchen in Lautäußerungen und beim Männchen in den Reviermarkierungen durch Duftmarken. Kastrierte Katzen sind ruhiger, streunen weniger herum und leben durchschnittlich doppelt so lange wie intakte Katzen. Die Kastration hat jedoch sowohl bei Katzen als auch bei Katern 2 Folge-erscheinungen: einen geringeren Grundbedarf an Energie und eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Lässt man die Tiere soviel fressen, wie sie wollen, nehmen Männchen 26 % und Weibchen 18 % mehr an Nahrung auf als vor der Kastration. Die Folge ist, dass das Körpergewicht bei Katzen, die freien Zugang zum Napf haben, um durchschnittlich 26 % ansteigt.

 



 

 

 

Wann und wie kastrieren lassen ?
Praktizierende TierärztInnen führen fast täglich eine Kastration durch. Trotzdem handelt es sich nicht um eine völlig standardisierte Maßnahme, die stets in der selben Art und Weise erfolgt. Eine Unterbrechung der Ei- oder der Samenleiter (Sterilisation) reicht nicht aus, denn dies unterbindet keinesfalls unerwünschte Verhaltensweisen des Tieres, da sie keinen Einfluss auf die Hormone hat. Man kennt das ideale Alter für eine Kastration nicht genau. Allgemein pflegt man den Eingriff im Alter von 6 bis 12 Monaten durchzuführen. Der Geschlechtstrieb ist dann noch nicht ausgebildet. Mit einer frühzeitigen Kastration (6 bis 8 Monate beim Weibchen) vermeidet man zudem, dass die junge Katze überraschend trächtig wird. In Europa entfernt man dem Weibchen nur die Eierstöcke, während in Amerika stets zusätzlich die Gebärmutter entfernt wird. Diese Operation ist umfangreicher und verhindert eine spätere Erkrankung der Gebärmutter, allerdings treten diese Beschwerden nur sehr selten bei Katzen auf, denen die Eierstöcke entfernt wurden. Derzeit wird in den USA im Kreise der Wissenschaft lebhaft darüber diskutiert, inwieweit eine "extrem" frühe Kastration (im Alter von etwa 12 - 14 Wochen) der Kater und Katzen sinnvoll ist. Diese Maßnahme scheint keinen Einfluss auf das spätere Verhalten und die Gesundheit zu haben und hemmt auch das Wachstum nicht. Jung kastrierte Tiere werden im Gegenteil eher etwas größer als intakte. Es sei noch bemerkt, dass ungeachtet des Alters zum Zeitpunkt der Kastration die Nahrung für Katzenjunge bis zum Ende des Wachstums verfüttert werden sollte, und dass in diesem Zusammenhang die Gefahr von Übergewicht wächst. Die Ansichten werden sich sicher verändern, aber die europäischen Gewohnheiten bezüglich der Kastration bleiben, so wie sie derzeit ausgeübt werden, befriedigend.

 

 

 


MASSGEBLICHE MERKMALE DER ERNÄHRUNG KASTRIERTER KATZEN MIT HOCHWERTIGEM TROCKENFUTTER



Der Futterplan für eine kastrierte Katze richtet sich nach dem Alter des Tieres. Von der Kastration bis zum Alter von 5 Jahren gibt man ein Futter, das 10 % Fett und 1 % Phosphor enthält und den pH-Wert des Urins auf etwa 6,2 halten soll. Die Fettzufuhr bleibt von 6 bis 9 Jahren gleich. Der pH-Wert sollte mit etwa 6,6 etwas höher sein. Die Nahrung muss mit Vitamin E angereichert werden. Der Fettgehalt im Futter für Katzen, die älter als 10 Jahre sind, und die zum Magerwerden neigen, sollte auf 16 % angehoben werden. Ein neutraler pH-Wert des Urins ist jetzt von Vorteil, da hierdurch die Bildung von Oxalatharnsteinen gehemmt wird, die häufiger bei älteren Tieren beobachtet wird. Die Nahrung sollte mit Vitamin E angereichert sein, doch der Phosphoranteil muss auf 0,6 % vermindert werden, um die Nieren zu schützen. Fettleibigkeit verringert die Lebenserwartung. Fettleibigkeit wird häufiger bei erwachsenen Katzen bis zum Alter von ungefähr 10 Jahren beobachtet.

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Der Erhaltungsbedarf der erwachsenen Katze

Vorausgesetzt, dass Wasser ständig zur Verfügung gestellt wird, kann man das ideale Katzenfutter für den Erhaltungsbedarf genau bestimmen. Dieses soll das Idealgewicht des Tieres halten und gern von ihm gefressen werden.


Proteine

Außer qualitativen Gesichtspunkten (Bedarf an Taurin) unterscheidet sich der Bedarf der Katze vom Hund dadurch, dass sie größere Mengen an Proteinen benötigt. Der Proteinbedarf wird im Verhältnis zum Energiebedarf angegeben. Katzen brauchen etwa 80 g Proteine auf 1.000 kcal verstoffwechselbare Energie.


Fette

Sie dienen außer der Energiezufuhr auch dazu, dass die Nahrung gern gefressen wird. Je fetthaltiger das Futter ist, desto mehr frisst die Katze davon und desto eher kann das Tier übergewichtig werden. Derzeit ist man sich einig, dass etwa 10 % Fett bezogen auf die Gesamttrockenmasse für den Erhaltungsbedarf der Katze ausreicht. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass insbesondere die Qualität der Fette und ihr Gehalt an essentiellen Fettsäuren (Arachidon- und Linolensäure) zählt. Ein Mangel an diesen Fettsäuren führt zu Wachstumsverzögerungen, Unfruchtbarkeit, Haarausfall, Leberverfettung und Störungen der Blutgerinnung. Ein ausgewogenes Futter erhält man, wenn Fette tierischer und pflanzlicher Herkunft sorgfältig aufeinander abgestimmt werden.


Kohlehydrate

Es scheint, dass Katzen auf die Zufuhr von Stärke verzichten können, doch es ist praktisch, diesen Nährstoff als Energielieferanten zu nutzen, um die Fresslust der Tiere nicht zu stark anzuregen und damit das Risiko von Fettleibigkeit zu verringern. Die Ballaststoffe sollten mäßig und in einer guten Mischung von vergärbaren und nicht vergärbaren Anteilen verfüttert werden, damit die Vorteile beider Gruppen genutzt werden können.


Mineralstoffe

Die folgenden Tabellen zeigen die Empfehlungen für die Zufuhr an Mengenelementen. Es wird jeweils eine Spannbreite von Verträglichkeit bis zu den günstigsten Bedingungen angegeben. Kalzium (Ca) und Phosphor (P), die für das Knochenwachstum benötigt werden, müssen in einem Verhältnis Ca/P zwischen 1 und 1,5 gereicht werden. Katzen können Kochsalz (NaCl) sehr gut vertragen, wenn ihnen stets genügend frisches Wasser zur Verfügung steht. Wenn das Futter sehr proteinreich ist, steigt der Bedarf an Kalium. Kaliummangel führt u.a. zu Wachstumsstörungen, Schläfrigkeit und Muskelschwäche. Magnesium sollte in geringen Mengen zugeführt werden. Bei Mangelzuständen werden Wachstumsverzögerung, Schläfrigkeit, Krämpfe und Muskelschwäche beschrieben. Eine Überversorgung kann jedoch ebenso schädlich sein. Wenn der pH-Wert des Urins nicht sauer genug ist, (pH > 6,5) , erhöht Magnesium die Gefahr der Bildung von Ammoniak-Magnesium-Harnsteinen ("Struvitharnsteine").

Die folgende Tabelle gibt die empfohlenen Mengen der Versorgung mit Spurenelementen an.


Die Erwachsene Katze mit Idealgewicht: Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Die wohlbeleibte Erwachsene Katze: Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Die empfindliche oder wählerische Erwachsene Katze: Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Vitamine

Beim Vitamin A ist ein Mangel genauso schädlich wie eine Überversorgung. Mangelzustände zeichnen sich durch Störungen bei der Fortpflanzung, Wachstumsstillstand, Sehstörungen, Hauterkrankungen (Hyper1keratose, d.h. Verdickung der Hornschicht der Haut) und Schwächung des Immunsystems aus. Die Überversorgung dagegen, die bei der Katze im Falle der ausschließlichen Ernährung mit Leber auftritt, führt zu Schläfrigkeit und ankylosierender Spondylose (Erkrankung der Wirbelkörper mit Gelenkversteifung), die sogar zur Verschmelzung der Wirbel führen kann. Da Katzen das Vitamin D nicht selbst aufbauen können, muss es mit der Nahrung zugeführt werden. Eine Überversorgung kann Verkalkungen an verschiedenen Organen (Nieren Leber usw.) zur Folge haben. Die Aufgaben des Vitamins E sind heute besser bekannt. Es besitzt eine Schutzwirkung gegen freie Radikale (Gefahr der Zellalterung) und stärkt das Immunsystem. Ein Mangel verfärbt das Fettgewebe gelb-orange. Die Empfehlungen für die Zufuhr an Vitaminen sind der folgenden Tabelle zu entnehmen.


Trächtigkeit und Säugezeit

Die durchschnittliche Tragzeit der Katze dauert 66 Tage und ein Wurf besteht meist aus 3 bis 5 Jungen mit einem Körpergewicht von etwa 100 g. Schon am Anfang der Trächtigkeit nimmt die Katze an Körpergewicht zu. Etwa bis zum 40. Tag frisst sie sich die Reserven für die Säugezeit an. Der Gewichtszuwachs während der letzten 26 Tage entspricht hauptsächlich dem Wachstum der Jungen in utero (d.h. in der Gebärmutter). Es ist selbstverständlich, dass die Katze zu dieser Zeit mehr fressen muss. Man sollte ihr von Beginn der Trächtigkeit an ein fettreicheres Futter (Futter für Katzenjunge / trächtige oder säugende Katzen) geben, um das Risiko von Totgeburten zu vermindern. Besonders muss auf den Tauringehalt des Futters geachtet werden. Der empfohlene Mindestgehalt ist auf 0,1 % in Trockenfutter und auf 0,25 % in Feuchtfutter festgesetzt.Das Futter sollte nicht angesäuert sein, denn das kann der Knochenentwicklung der Föten schaden. Was die Menge betrifft, wird empfohlen, die Ration während der ersten 8 Wochen wöchentlich jeweils um 10 % zu erhöhen. Die Katze darf aber auch nicht zu dick werden, denn dies kann zu Schwierigkeiten beim Werfen führen. Die Zeit des Säugens ist ebenfalls eine entscheidende Phase. Während dieser Zeit bildet das Muttertier das Anderthalbfache seines Körpergewichtes an Milch. Diese enthält bei Katzen besonders viel Fette und Proteine. So kann man verstehen, dass während der Säugezeit deutlich mehr Energie benötigt wird (der doppelte bis dreifache Erhaltungsbedarf) als während der Tragzeit. Das Erhaltungsfutter kann noch so reichhaltig und energiehaltig sein, es genügt nicht, den Bedarf der Katzenmutter zu decken. Unmittelbar nach dem Werfen wiegt die Katze etwa 20 % mehr als zum Zeitpunkt der Empfängnis. Dieses Mehrgewicht, hauptsächlich Fettreserven, wird normalerweise während der Zeit des Säugens abgebaut. Es wird empfohlen, ab der Geburt der Jungen der Katze ständig Futter zur Verfügung zu stellen, damit sie fressen kann, so viel sie möchte. Die Nahrung sollte immer noch fettreich sein; Futter für Katzenjunge leistet hier gute Dienste. Bis zum Absetzen sollte die Ernährung auf diese Weise sichergestellt sein. Danach wird das Muttertier wieder langsam auf seine Erhaltungsbedarf eingestellt.


Entwicklung des Körpergewichtes und des Energieverbrauches einer Katze in der Fortpflanzungsperiode

Die trächtige oder säugende Katze: Beispiel eines Trockenkomplettfutters

Wachstum des Katzenjungen

Die Säugezeit dauert 5 bis 7 Wochen. Zu Beginn erhalten die Jungen die Erstmilch (Kolostrum), die viele Antikörper enthält, welche den ersten Schutz vor Infektionskrankheiten darstellen. Ein Katzenjunges wächst sehr schnell: Es nimmt täglich 10 bis 15g zu, verdoppelt sein Geburtsgewicht in 10 Tagen und nach 7 bis 8 Wochen wiegt es schon 5 bis 7 Mal so viel. Es ist sehr sinnvoll, die Jungen täglich zur selben Uhrzeit zu wiegen. Wenn das Körpergewicht nicht zu- oder vielleicht sogar abnimmt, sollte man Milch zufüttern, desgleichen, wenn die Kätzchen viel wimmern. Kuhmilch ist jedoch für diesen Zweck völlig ungeeignet, denn sie enthält zu viel Laktose (Milchzucker) und nicht genug Kalorien siehe "Lebenzyclus"). Man findet im Handel Ersatzmilch für Katzen, die genau hierfür entwickelt wurde. Eine solche Fütterung erfordert viel Zeit und Geduld.



Das Absetzen

Man sollte die Katzenjungen sehr langsam absetzen. Ab dem Alter von drei Wochen kann eine speziell hierfür entwickelte Nahrung zugefüttert werden. Zunächst werden hiervon nur kleinste Mengen gegeben, die aber stetig erhöht werden und so auch das Muttertier entlasten. Zu Beginn kann dieses Futter mit Ersatzmilch für Katzen gemischt werden, um die Jungen leichter daran zu gewöhnen. Wenn die Jungen das Alter von 5 Wochen erreicht haben, beginnt die Mutter von selbst, ihre Kinder weniger zu umsorgen. Wenn man den Nachwuchs frühzeitig an das Futter "für Katzenjunge" gewöhnt hat, frisst dieser viel leichter die neue Nahrung und das Absetzen ist problemlos. Sind die Jungen jedoch noch sehr abhängig von der Muttermilch, dann kann es zu einer Unterversorgung mit Energie und demzufolge zu einer Wachstumsverzögerung kommen. Während der Phase des Absetzens wird empfohlen, nach und nach das Muttertier von den Jungen zu trennen, so, dass die Kleinen alleine freien Zugang zum Napf erhalten. Schließlich lässt man den Nachwuchs nur noch über Nacht bei ihrer Mutter. Im Alter von 7 bis 8 Wochen können sie, nun völlig unabhängig, weggegeben werden. Um die Milch der Mutter völlig versiegen zu lassen, ist eine wasserarme Diät für die Dauer von 24 Stunden zu empfehlen.


Absetzen der Jungen : Beispiel eines Trockenkomplettfutters



Die Fütterung der Katzenjungen

Das Wichtigste bei der Ernährung der Katzenjungen ist die Umstellung von Milch auf feste Nahrung . Das Futter für das Muttertier ist auch für die Jungen gut geeignet. Es enthält viel Kalzium, viele Vitamine und hochwertige Proteine und ist kalorienreich. Während der ersten Lebenswochen entwickelt sich das Verdauungssystem der Jungen und sie vertragen nach und nach den Milchzucker immer schlechter, nehmen jedoch immer besser Stärke aus Getreide auf. Diese Fähigkeit entwickelt sich jedoch sehr langsam. Um die Gefahr von Durchfällen beim Absetzen zu verringern, ist es empfehlenswert, ein Futter mit weniger als 30 % Stärke in der Trockenmasse zu wählen. Diese Durchfälle führen bei sehr jungen Tieren zu Wachstumsverzögerungen und Austrocknung mit manchmal tragischen Folgen und sollten daher nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wegen der Vorteile des Trockenfutters sollte dieses von Anfang an verfüttert werden. Anfänglich wird es mit Ersatzmilch befeuchtet, später mit Fleischbrühe einfach nur mit Wasser. Der Futterneid der Kleinen erleichtert das Verfüttern, wenn der Napf so groß ist, dass alle gleichzeitig fressen können. Man sollte für 3 bis 5 Mahlzeiten am Tage sorgen. Die den Kroketten zugegebenen Flüssigkeitsmengen sollten langsam verringert werden, bis am Ende des Absetzens nur noch trockenes Futter verfüttert wird. Statt dessen stellt man den Jungen frisches Wasser im Trinknapf zur ständigen Verfügung. Das wichtigste am Futter beim Absetzen ist der hohe Energiegehalt. Ein Katzenjunges benötigt im Alter von 8 Wochen 3 mal mehr Energie pro Kilo Körpergewicht als eine erwachsene Katze (200 bis 250 kcal/kg). Dies entspricht etwa 30 bis 50 g Trockenfutter "für Katzenjunge" täglich, je nach Körpergewicht und deshalb je nach Rasse. Bis zum Alter von 12 Wochen ist der Bedarf sehr hoch und sinkt dann langsam ab, da das Tier in eine Phase langsameren Wachstums gelangt. Trotzdem kann diese spezielle Wachstumsnahrung verfüttert werden, bis das Tier ein Jahr alt und ausgewachsen ist und dann als erwachsene Katze gilt.




Die alte Katze

Die Lebenserwartung der Katze hat sich in den letzten Jahren durch ärztliche Hilfe und die Anpassung der Ernährungsweise erhöht. Die durchschnittliche Lebensdauer liegt bei 14 Jahren und Katzen, die älter als 20 Jahre sind, sind nicht mehr selten. Der Rekord ist ein Alter von 30 Jahren. Alte Katzen haben andere Ernährungsbedürfnisse als jüngere Tiere. Bestimmte Erkrankungen werden häufiger beobachtet, beispielsweise chronische Nierenunterfunktion, Erkrankungen im Bereich des Mauls, Tumoren, Verschleißerscheinungen an Knochen und Muskeln, Herz-Kreislauferkrankungen und Diabetes. Die meisten dieser Krankheiten können geheilt bzw. gelindert oder durch Diät verzögert werden. Geeignete Nährstoffe: Der Alterungsprozess ist eine sehr komplizierte Sache. Er geht einher mit vermehrter Entstehung freier Radikale, gegen die sich das Tier mit oxidationshemmenden Substanzen schützt. Dieser Schutz verringert sich im Laufe des Alterns immer mehr. Hier kann man dem Organismus mit den Vitaminen E und C helfen, die mit der Nahrung zugeführt werden. Vitamin C kann vor Erkrankungen der Zähne und des umliegenden Gewebes schützen und Vitamin E kann durch Verringerung der Entstehung der freien Radikale die Folgen des Alterungsprozesses vermindern. Diese beiden Vitamine regen ebenfalls das Immunsystem an. Deshalb sollten diese Vitaminen ab dem Alter von 10 Jahren in 5 bis 6 mal so hohen Dosen verabreicht werden. Auch andere Veränderungen in der Ernährungsweise sind notwendig. Da Appetit und Verdauung schwächer werden, ist ein energiereicheres Futter empfehlenswert. Das Futter sollte den Fresstrieb des Tieres anregen und die Kroketten sollten jetzt weicher sein, um Schwierigkeiten beim Kauen zu vermeiden. Eine lebhafte Diskussion über die Herabsetzung des Proteingehaltes ist lange in der Wissenschaft geführt worden. Diese Maßnahme verzögert keinesfalls das Altern der Nieren und kann nur dem Verfall der Muskulatur und der Schwächung des Immunsystems Vorschub leisten. Eine Verringerung der Phosphorkonzentration im Futter ist jedoch empfehlenswert. Ab einem bestimmten Alter sollten auch Nahrungsmittel, die den Urin saurer machen, vermieden werden, denn sie begünstigen die Entstehung von Oxalatsteinen (Harnsteine), die häufiger bei alten Katzen beobachtet wird.

 



Die alte Katze:  Beispiel eines  Trockenkomplettfutters



Ein Sonderfall: die kastrierte Katze und die Gefahr der Fettleibigkeit

Die Kastration von Katzen ist eine verbreitete Maßnahme, die die Fortpflanzung verhindert und den Unannehmlichkeiten des Geschlechtstriebes der Tiere entgegen wirkt. Letztere bestehen beim Weibchen in Lautäußerungen und beim Männchen in den Reviermarkierungen durch Duftmarken. Kastrierte Katzen sind ruhiger, streunen weniger herum und leben durchschnittlich doppelt so lange wie intakte Katzen. Die Kastration hat jedoch sowohl bei Katzen als auch bei Katern 2 Folge-erscheinungen: einen geringeren Grundbedarf an Energie und eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Lässt man die Tiere soviel fressen, wie sie wollen, nehmen Männchen 26 % und Weibchen 18 % mehr an Nahrung auf als vor der Kastration. Die Folge ist, dass das Körpergewicht bei Katzen, die freien Zugang zum Napf haben, um durchschnittlich 26 % ansteigt. Diese Gewichtszunahme ist direkt vom Fettgehalt der Nahrung abhängig und kann leicht zu einer echten Fettleibigkeit führen. Je fetthaltiger nämlich das Futter ist, desto mehr Kalorien enthält es und umso lieber wird es gefressen. Die Katze frisst also mehr und nimmt mehr Kalorien auf, obwohl ihr Bedarf gemindert ist. Der Überschuss an aufgenommener Energie wird im Fettgewebe gelagert. Fettleibigkeit hat mehrere schädliche Auswirkungen auf die Gesundheit. Das Risiko einer Diabetes wird vervierfacht, die Tiere lahmen 3 mal häufiger und nichtallergische Hauterkrankungen kommen doppelt so häufig vor. Die Auswirkungen der Kastration, wie zum Beispiel der Einfluss auf die Bildung von Harnsteinen (siehe Kapitel - Ernährung und Gesundheit - ), von Gefahr der schnellen Gewichtszunahme einmal abgesehen, werden langfristig deutlich, da sich die Lebenserwartung kastrierter Katzen erhöht. Der chirurgische Eingriff sollte also von einer Umstellung der Ernährung begleitet werden. Eine kastrierte Katze sollte Nahrung mit etwa 10 % weniger Fett und eine genau bemessene Futterportion erhalten, damit die Nahrungsaufnahme genau überwacht und Überversorgung vermieden werden kann. Diese Umstellung, die zur Vermeidung von Übergewicht unbedingt nötig ist, kann übrigens schon einige Wochen vor der Kastration erfolgen, damit das Tier sich daran gewöhnen kann. So wird vermieden, dass zu der Belastung der Operation auch noch der Stress durch die Veränderung der Ernährungsweise hinzukommt.

 


Die Kastration von Katzen ist eine verbreitete Maßnahme, die die Fortpflanzung verhindert und den Unannehmlichkeiten des Geschlechtstriebes der Tiere entgegen wirkt. Letztere bestehen beim Weibchen in Lautäußerungen und beim Männchen in den Reviermarkierungen durch Duftmarken. Kastrierte Katzen sind ruhiger, streunen weniger herum und leben durchschnittlich doppelt so lange wie intakte Katzen. Die Kastration hat jedoch sowohl bei Katzen als auch bei Katern 2 Folge-erscheinungen: einen geringeren Grundbedarf an Energie und eine erhöhte Nahrungsaufnahme. Lässt man die Tiere soviel fressen, wie sie wollen, nehmen Männchen 26 % und Weibchen 18 % mehr an Nahrung auf als vor der Kastration. Die Folge ist, dass das Körpergewicht bei Katzen, die freien Zugang zum Napf haben, um durchschnittlich 26 % ansteigt.

 



 

 

 

Wann und wie kastrieren lassen ?
Praktizierende TierärztInnen führen fast täglich eine Kastration durch. Trotzdem handelt es sich nicht um eine völlig standardisierte Maßnahme, die stets in der selben Art und Weise erfolgt. Eine Unterbrechung der Ei- oder der Samenleiter (Sterilisation) reicht nicht aus, denn dies unterbindet keinesfalls unerwünschte Verhaltensweisen des Tieres, da sie keinen Einfluss auf die Hormone hat. Man kennt das ideale Alter für eine Kastration nicht genau. Allgemein pflegt man den Eingriff im Alter von 6 bis 12 Monaten durchzuführen. Der Geschlechtstrieb ist dann noch nicht ausgebildet. Mit einer frühzeitigen Kastration (6 bis 8 Monate beim Weibchen) vermeidet man zudem, dass die junge Katze überraschend trächtig wird. In Europa entfernt man dem Weibchen nur die Eierstöcke, während in Amerika stets zusätzlich die Gebärmutter entfernt wird. Diese Operation ist umfangreicher und verhindert eine spätere Erkrankung der Gebärmutter, allerdings treten diese Beschwerden nur sehr selten bei Katzen auf, denen die Eierstöcke entfernt wurden. Derzeit wird in den USA im Kreise der Wissenschaft lebhaft darüber diskutiert, inwieweit eine "extrem" frühe Kastration (im Alter von etwa 12 - 14 Wochen) der Kater und Katzen sinnvoll ist. Diese Maßnahme scheint keinen Einfluss auf das spätere Verhalten und die Gesundheit zu haben und hemmt auch das Wachstum nicht. Jung kastrierte Tiere werden im Gegenteil eher etwas größer als intakte. Es sei noch bemerkt, dass ungeachtet des Alters zum Zeitpunkt der Kastration die Nahrung für Katzenjunge bis zum Ende des Wachstums verfüttert werden sollte, und dass in diesem Zusammenhang die Gefahr von Übergewicht wächst. Die Ansichten werden sich sicher verändern, aber die europäischen Gewohnheiten bezüglich der Kastration bleiben, so wie sie derzeit ausgeübt werden, befriedigend.

 

 

 


MASSGEBLICHE MERKMALE DER ERNÄHRUNG KASTRIERTER KATZEN MIT HOCHWERTIGEM TROCKENFUTTER



Der Futterplan für eine kastrierte Katze richtet sich nach dem Alter des Tieres. Von der Kastration bis zum Alter von 5 Jahren gibt man ein Futter, das 10 % Fett und 1 % Phosphor enthält und den pH-Wert des Urins auf etwa 6,2 halten soll. Die Fettzufuhr bleibt von 6 bis 9 Jahren gleich. Der pH-Wert sollte mit etwa 6,6 etwas höher sein. Die Nahrung muss mit Vitamin E angereichert werden. Der Fettgehalt im Futter für Katzen, die älter als 10 Jahre sind, und die zum Magerwerden neigen, sollte auf 16 % angehoben werden. Ein neutraler pH-Wert des Urins ist jetzt von Vorteil, da hierdurch die Bildung von Oxalatharnsteinen gehemmt wird, die häufiger bei älteren Tieren beobachtet wird. Die Nahrung sollte mit Vitamin E angereichert sein, doch der Phosphoranteil muss auf 0,6 % vermindert werden, um die Nieren zu schützen. Fettleibigkeit verringert die Lebenserwartung. Fettleibigkeit wird häufiger bei erwachsenen Katzen bis zum Alter von ungefähr 10 Jahren beobachtet.

 


   
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