
Jeder Nährstoff, wir kennen etwa fünfzig verschiedene, nimmt bei der Ernährung eine ganz bestimmte Rolle ein. Ein Nährstoffmangel wird auf Dauer der Gesundheit der Katze schweren Schaden zufügen. Aber was ist eigentlich ein Nährstoff? Darunter verstehen wir eine chemische Verbindung, die in dieser Form von lebenden Zellen zur Ernährung genutzt (Spurenelemente u.a.) und ohne vorherige Verdauung aufgenommen werden kann (Traubenzucker, Aminosäuren u.a.). Meistens gelangen die Nährstoffe in Form komplexer Moleküle in den Verdauungstrakt, die bei der Verdauung aufgespaltet und dann als einfachere Verbindungen aufgenommen werden.

Wasser ist die Grundlage allen tierischen und pflanzlichen Lebens. Eine Katze kann zwar mehrere Wochen ohne Nahrung auskommen, aber nicht länger als zwei Tage ohne Wasser. Man sollte wissen, dass zwei Drittel ihres Körpers aus Wasser bestehen. Natürlich ist der Wasserbedarf bei Katzen Schwankungen unterworfen und hängt davon ab, ob sie Trocken- oder Feuchtfutter zu fressen bekommen.


Sie bestehen aus aneinandergereihten Aminosäuren. Manche dieser Aminosäuren können nicht vom Organismus selbst aufgebaut werden, man nennt sie essenzielle Aminosäuren. Sie müssen unbedingt im Futter enthalten sein, sonst kann es zu schweren Mangelerscheinungen kommen. Sicherlich ist der Proteingehalt des Futters eine wichtige Größe, doch wichtiger noch ist die Qualität der Proteine; man nennt das den biologischen Wert. So kann man hochwertige Proteine (Fisch, Eier, Muskelfleisch) und Proteine von minderer Qualität (Gelenkbänder, Sehnenhäute u.a.) unterscheiden. Ein Beispiel für die "essenziellen" Aminosäuren bei der Katze ist das Arginin. Ein Mangel verhindert die Umwandlung von Ammoniak in Harnstoff und führt so schnell zu einer ausgeprägten Ammoniakvergiftung. Eine besondere Rolle für den Organismus der Katze spielt die Aminosäure Taurin. Wenn diese nicht mit der Nahrung zugeführt wird, kann es zu einer Rückbildung der Netzhaut und schließlich zur Erblindung kommen. Es gilt heute als bewiesen, dass Taurinmangel zu Herzschäden wie etwa den dilatierten Kardiomyopathien (Erkrankungen des Herzmuskels) und Störungen bei der Fortpflanzung führen kann.


Die Aufgabe der Lebensmittelfette ist die Energieversorgung. Sie verbessern auch den Geschmack des Futters. Lipide bestehen aus einer Mischung von Fettsäuren und Glyzerin, die in Form von mehr oder weniger langen und mehr oder weniger gesättigten Ketten miteinander verbunden sind. Von ihnen hängt der Energiegehalt des Futters ab. Die Fettsäuren haben bei der Energielieferung eine unspezifische Rolle (d.h. alle tragen gleichermaßen dazu bei), spezifische Aufgaben (strukturelle Funktionen, denn sie werden bei der Zusammensetzung aller Zellmembranen benötigt) und funktionelle Aufgaben, denn sie sind Vorstufen bestimmter hormonähnlicher Wirkstoffe. Diese spezifischen Aufgaben werden von den sogenannten essenziellen Fettsäuren erfüllt. Die Katze kann diese Stoffe nicht selbst aufbauen und muss sie daher mit der Nahrung aufnehmen. Unterschiede im Stoffwechsel von Hund und Katze gibt es außer beim Taurin auch bei der Linolensäure und bei der Arachidonsäure (nur in tierischen Geweben enthaltenBestimmte Enzyme, die beim Aufbau dieser Fettsäuren beteiligt sind, fehlen der Katze nämlich. Wenn also die Zufuhr der essentiellen Fettsäuren allein durch pflanzliche Nahrung erfolgt, kommt es zwangsläufig zu Mangelerscheinungen.

MAN UNTERSCHEIDET ZWEI GRUPPEN VON ESSENTIELLEN FETTSÄUREN: Die Gruppe der "Omega 6" ist in pflanzlichen Ölen und in Geflügelfett enthalten und ist besonders für schönes Fell wichtig. Die Gruppe der "Omega 3" findet man hauptsächlich in Fischfett. Diese Fettsäuren spielen bei zahlreichen Körperfunktionen (Nervensystem, Immunsystem, Erhalt der Zellmembranen) eine Rolle und besitzen auch entzündungshemmende Eigenschaften. Es ist wichtig, zu wissen, dass Fette empfindlich sind und schnell ranzig werden. Deshalb sollte das Futter durch entsprechende Verfahren haltbar gemacht werden. Dies ist heute bei der industriellen Herstellung von Tiernahrung sichergestellt.

Kohlenhydrate, zu denen auch Zucker gehören, sind hauptsächlich in pflanzlichen Produkten enthalten. Man kann energieliefernde ("energetische") und nicht-energetische Kohlehydrate unterscheiden. Zu letzteren gehören die Ballaststoffe. Sie werden für eine gute Verdauung benötigt, enthalten aber keine verwertbaren Kalorien. Zu den energetischen Kohlenhydraten gehören Stärke und lösliche Zucker wie die Laktose (Milchzucker). Die Verdaulichkeit von Stärke wird zwar durch Kochen verbessert, aber Katzen verdauen diesen Nährstoff trotzdem deutlich schlechter als Hunde. Die lösliche Laktose in der Milch der Katze wird von den Jungen sehr gut verdaut, denn im Säuglingsalter sind die Kleinen mit den nötigen Enzymen ausgestattet. Ausgewachsene Katzen vertragen Laktose dagegen in der Regel schlecht, deshalb wird vom Verfüttern von Milch bei erwachsenen Tieren dringend abgeraten. (siehe Kapitel "Lebenszyklus der Katze"). Zu den energetischen Kohlenhydraten gehören Stärke und lösliche Zucker wie die Laktose (Milchzucker). Die Verdaulichkeit von Stärke wird zwar durch Kochen verbessert, aber Katzen verdauen diesen Nährstoff trotzdem deutlich schlechter als Hunde. Die lösliche Laktose in der Milch der Katze wird von den Jungen sehr gut verdaut, denn im Säuglingsalter sind die Kleinen mit den nötigen Enzymen ausgestattet. Ausgewachsene Katzen vertragen Laktose dagegen in der Regel schlecht, deshalb wird vom Verfüttern von Milch bei erwachsenen Tieren dringend abgeraten. (siehe Kapitel "Lebenszyklus der Katze"). Ballaststoffe sind Kohlehydrate, die keine Energie liefern. Die Zufuhr muss genau be-messen werden. Ein Überschuss kann die Aufnahme bestimmter Nährstoffe behindern, ein Mangel führt dazu, dass der Speisebrei zu lange im Dickdarm verweilt, und dies kann zu Blähungen führen. Der Anteil an Ballaststoffen kann an ganz bestimmte Situationen angepasst werden, zum Beispiel kann eine Erhöhung bei fettleibigen Katzen helfen, den prozentualen Energiegehalt der Nahrung herabzusetzen und zusätzlich die Aufnahme der Nährstoffe im Darm zu verringern.
Man unterscheidet zwei Sorten von Ballaststoffen: - Nicht fermentierbare Fasern, die beispielsweise in Mais, Porree, Weizenkleie und Rotebeete enthalten sind und nicht von den Bakterien im Dickdarm vergoren werden können. Sie sind hauptsächlich für den Transport des Speisebreis durch den Darmtrakt verantwortlich.
- Fermentierbare Fasern, die etwa 25 % der Fasern von Rotebeete und 100 % der Fasern in Pektinen (pflanzliche Gelierungsmittel) ausmachen. Sie können von der Darmflora vergoren werden, erhalten deren Gleichgewicht und tragen so zur Gesunderhaltung des Dickdarms bei.
Die Mengen und das Verhältnis dieser beiden Fasersorten müssen im Futter genau abgestimmt werden. Wenn die Nahrung zu wenig Ballaststoffe enthält, kann der Kot zu weich werden und es kann sogar zu Durchfällen kommen. Zu viele Ballaststoffe führen dagegen zu sehr umfangreichem Stuhlgang. Der Anteil an Rohzellulose (oder Rohfaserstoff), welcher auf den Verpackungen der Futtermittel angegeben ist, wird vom Gesetzgeber festgelegt. Trotzdem ist diese Angabe wenig aussagekräftig, da sie nicht den Gesamtgehalt der Ballaststoffe sondern nur die nicht fermentierbaren Fasern berücksichtigt.

Die Mineralien werden bei zahlreichen Abläufen im Stoffwechsel benötigt, auch wenn sie im Organismus nur in geringen Mengen vorhanden sind.Ihre Aufnahme im Darm ist jeweils von anderen Mineralien abhängig und untereinander gehen diese Stoffe viele Wechselwirkungen ein. Das Futter sollte diese Nährstoffe also in Mengen enthalten, die dem optimalen Gleichgewicht entsprechen. Man unterscheidet bei den Mineralien die Mengen- und die Spurenelemente (Oligoelemente). Die Mengenelemente haben diesen Namen, da die täglich benötigte Menge in Gramm angegeben wird. Hierzu gehören Kalzium, Phosphor, Natrium, Chlor, Kalium und Magnesium. Die benötigten Mengen an Spurenelementen werden in Milligramm gemessen.

Vitamine sind ebenfalls lebenswichtige Nährstoffe. Man unterscheidet fettlösliche (A, D, E, K) und wasserlösliche Vitamine (C und B-Gruppe). Bezüglich des Vitamins A unterscheidet sich die Katze wiederum vom Hund. Man weiß, dass Katzen das Betakarotin (Vorstufe von Vitamin A) der Pflanzen nicht in Vitamin A umwandeln können. Im Gegensatz zum Menschen kann die Katze Vitamin D nicht mithilfe der UV-Strahlen des Sonnenlichts aufbauen. Also müssen die Vitamine A und D in Form von tierischen Produkten mit dem Futter zugeführt werden. Dies zeigt nochmals, dass Katzen zu den reinen Fleischfressern gehören. Leber enthält besonders viel Vitamin A und D. Auf Vitamin C können Katzen dagegen verzichten.

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