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Physiologisch hat die Katze zahlreiche Gemeinsamkeiten mit anderen Tierarten. Wie alle Säugetiere ist sie ein Warmblüter, d.h. sie ist in der Lage, die Temperatur ihrer inneren Organe konstant zu halten (zwischen 38° und 38,5°). Ihre Haut ist mit Haaren bedeckt. Nach der Begattung gelangen die befruchteten Eier in den Uterus des Weibchens und werden über die Plazenta ernährt. Nach der Geburt säugt das Muttertier ihre Katzenjungen.

Die Katze wird oft durch stark festgelegte Bilder beschrieben oder dargestellt, die sie von den anderen Arten unterscheiden: ruhig aber stürmisch in der Liebe, mysteriös, unabhängig, territoriumsbewusst, geschickter Jäger, nachtschwärmerisch und tagblind, agil, verschlafen, schnurrend an ihrer Feuerstelle, besorgt um ihre Pflege usw. Diese Bezeichnungen beruhen auf Verhaltenscharakteristika dieser Gattung, aber auch auf bemerkenswerten und von den Katzen entwickelten physiologischen Anpassungen: Sie sind gefürchtete Räuber. All ihre Besonderheiten gehen auf ein Anpassungsverhalten zurück, das ihnen ermglicht, unter verschiedensten Umweltbedingungen zu überleben, ihre Beute mit größter Wirksamkeit zu treiben und zu jagen und sich die restliche Zeit ihrer Erholung und Kraftschöpfung zu widmen. Die Katze ist ein Säugetier, das den allgemeinen Regeln dieser großen Tiergruppe gerecht wird, aber auch ihrer Sonderrolle als Raubtier hervorragend angepasst ist. Diese Anpassung betrifft im Wesentlichen die Beziehungsfunktionen, also die Bewegungs- und Sinnes-funktionen, mit Hilfe derer sie mit ihrer Umgebung interagieren kann. Weniger stark ausgeprägt gehören auch die vegetativen Funktionen (Kreislauf, Atmung, Verdauung und Ausscheidung) dazu.

Dazu gehört das gesamte Skelett, die Gelenke, die Muskeln und die Sehnen, die für die Bewegung der Knochenteile untereinander verantwortlich sind.

Das Knochengewebe hat eine Stützfunktion, da es nahezu die Gesamtheit des Skelettes bildet, und eine Schutzfunktion insbesondere für das Zentralnervensystem und die im Brustkorb gelegenen Organe. Es spielt bei der Regulierung des Kalzium-Phosphor-Stoffwechsels eine Rolle. Es beherbergt das Knochenmark, das die Blutzellen hervorbringt. Das Skelett der Katze zählt zwischen 279 und 282 Knochen. Die Knochen sind im Allgemeinen länglich, dünn und schmal, aber sehr widerstandsfähig.

| 1. Unterkiefer 2. Oberkieferbein 3. Schädeldach 4. Halswirbel 5. Brustwirbel 6. Rippe 7. Lendenwirbel 8. Hüftbein 9. Kreuzbein 10. Schwanzwirbel 11. Sitzbein 12. Oberschenkelknochen 13. Kniescheibe | 14. Wadenbein 15. Schienbein 16. Hinterfußwurzelknochen 17. Hinterfußmittelknochen 18. Phalangen 19. Fingerknochen 20. Handwurzelknochen 21. Speiche 22. Elle 23. Brustbein 24. Oberarmbein 25. Schulterblatt | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | | |

- Wirbelsäule: 50 bis 54 in 5 Segmenten oder Regionen verteilten Wirbel, 7 Halswirbel, 13 Rücken- oder Brustwirbel, 7 Lendenwirbel, 3 Kreuzbeinwirbel und zwischen 20 und 24 Schwanzwirbel.
- Thorax: Brustbein bestehend aus 8 Brustbeinwirbeln; Rippen: 13 Rippenpaare, davon 9 sternale.

Vorder- oder Brustbeingliedmaßen:41 Knochen: - Thoraxgürtel: rudimentäres Schlüsselbein und Schulterblatt (Skapula)
- 1 Knochen für den Oberarm: Humerus;
- 2 für den Unterarm: Speiche, platt und gekrümmt; Elle, länger;
- 36 für die Hand: 5 Finger (4 äußere komplett und ein unvollständiger interner Daumen).
Die Handwurzel besteht aus 7 Knochen, die Mittelhand umfasst 5 Knochen. Es gibt 14 Phalangen, 3 pro externem Finger und 2 für den Daumen. Die Krallen stellen den hornartigen Teil der Fingergliedmaßen dar. Sie haben die Form einer an ihrer Spitze gekrümmten, seitlich abgeflachten Tasche. Die Krallen sind sehr scharf, automatisch ausfahrbar, in Ruhestellung und beim Laufen in einer Hautfalte. Die Höcker, oder Hautpolster der Pfote liegen mehrheitlich unter und hinter den Fingern. Sie stellen auch den Bodenkontakt her. Es gibt an jeder Pfote 5 Fingerglieder oder Phalangen. Der Palmarhöcker oder Metakarpalknochen, zentral, voluminös, dreieckig, ist kleeblattförmig bzw. hat die Form eines Spielkartenherzens. Ein oberhalb der Hand gelegener Handwurzelknochen ist klein, rundlich, kaum vortretend.
Dorsalsicht der Hand
13. Mittelfußknochen 3 14. Mittelfußknochen 2 15. Mittelfußknochen 1 16. Mittelfußknochen 4 17. Mittelfußknochen 5 25. Nagelleiste 26. Fingerspitze
A: Mittleres Fingerglied B: Äußerstes Fingerglied C: Kralle D: Hautfalte der Kralle E: Fingerhöcker(Ballen) F: Gelenkhöhle
1. Gelenkflächen der Fingerglieder 2. Fingerband 2-3 3. Strecksehne des Fingers 4. Beugesehne des Fingers 5. Elastisches Erschlaffungsband 6. Fettzellen der Ballen 7. Hautschicht

Hinterglied oder Becken: 39 Knochen - 1 für den Beckengürtel: Hüftbein, horizontal, fast geradlinig
- 1 für den Schenkel, Oberschenkelknochen, lang, zylinderförmig;
- 3 für das Bein: eine Kniescheibe, lang, dick, abgeflacht, ein langes Schienbein und ein Wadenbein;
- 4 komplette Zehen und 1 verkümmerte Innenzehe am Fuß
- 7 Knochen an der Fußwurzel, angeordnet in 2 Reihen
- 4 Knochen am Mittelfuß,gekrümmt
Bei der Katze ist das Sprunggelenk gebogen, das Schienbein ist ziemlich lang, der Fingerbereich schmal, die Zehen stark gebogen, sehr eng nebeneinander liegend. Die Sohle trägt 5 Hornhauthöcker, oder Ballen, davon einen voluminösen, dreilappigen, eingerahmt von 4 anderen, hervorstehenden, die Sohlenballen.

Extrem kurzes Gesicht, großes Volumen und vorstehende Form des Schädels, breite Schläfengruben und Augenhöhlen. Starkes und kurzes Gebiss.

Beachtlich wegen ihrer großen Geschmeidigkeit und ihres Bewegungsvolumens. Die Pfoten können ohne das Risiko sich zu verrenken, eine vollständig Drehung vollführen. Sehr flexibles Skelett, mit einem Schwanz, der sämtliche Positionen einnehmen kann.

"Aktive Organe der Bewegung: sie sind in der Lage sich zusammen zu ziehen, d.h. sie verkürzen sich kurzfristig unter stimulierenden Einflüssen. So bewegen sie die anatomische Struktur des Skeletts, an dem sie angesetz sind. Zudem sind sie elastisch und haben einen Tonus; sie leisten ihren Beitrag zu Gestalt und Bewegungscharakteristik des Lebewesens"(Barone). Es werden hinsichtlich der Struktur und der Physiologie drei großen Muskelzelltypen unterschieden: - quergestreifte Skelettmuskelzellen (Muskeln, zu bewusster Kontraktion fähig);
- quergestreifte
Herzmuskelzellen (rhythmische autonome Kontraktion ohne Stimulierung durch das Nervensystem); - glatte Muskelzellen der Eingeweide, daher
erfolgen Kontraktionen unter der Kontrolle des vegetativen Nervensystems (Sympathicus und Parasympaticus).
1. Trapezmuskel | 5. Spanner der Schenkelfaszie | 9. Rechter Bauchmuskel | 2. Breiter Rückemuskel | 6. Schwanzmuskel | 10. Dreiköpfiger Oberarmmuskel | 3. Brustkorb Lendenfaszie | 7. Wadenmuskel | 11. rechter Schlüsselbein-Armmuskel | 4. Mittlere Gesäßmuskeln | 8. äußerer schiefer Bauchmuskel | 12. Brustbein-Kopfmuskel |

Das Muskelfleisch ist dunkelrot und besitzt einen sehr charakteristischen Geruch. Die Sehnen sind im Allgemeinen fein, zart, glänzend aber widerstandsfähig. Die Kopfmuskeln zeichnen sich durch ihre starke Entwicklung, ihre Komplexität, die Verflechtung der Hautmuskeln und die Stärke der Kaumuskeln aus. Der Nackenbereich umfasst 4 übereinandergeschichtete dicke Muskelmassen. Die Bauchmuskeln sind sehr gut entwickelt und verleihen der Bauchdecke ihre fleischige Konsistenz und ihre Dicke. Starke Muskelbildung ebenfalls im Bereich des Hinterteils und des Schenkels. Die Muskeln der Gliedmaßen haben ihr besonderes Merkmal durch die Anzahl der Zehen an Hand und Fuß. Es gibt Drehmuskeln (der Einwärtsdrehung, Pronation und der Auswärtsdrehung, Supination): Rotationsbewegung von 180° der Palmar- oder Plantarseite der Hand bzw. des Fußes). Die hintere Gliedmaße, die kräftiger ist als die vordere Gliedmaße, ist jederzeit zum Absprung und zum Abstoßen bereit. Bei der Katze ist der Lauf eine Serie von langen und rasanten Sprüngen. Im Grunde ist sie ein Sprinter und kein Langstreckenläufer. Durch ihre Muskulatur und ihre Krallen kann sie mit Leichtigkeit klettern und sich emporziehen, kann sehr hoch springen und bei ausreichender Höhe auf ihre vier Pfoten fallen.

Das muskoloskeletale System erfüllt eine Doppelrolle: Es sichert die Kohäsion und die Strapazierfähigkeit des Körpers und gestattet dem Tier sich fortzubewegen, um seinen Bedürfnissen gerecht zu werden und auf seine Umwelt einzuwirken.


Die Knochen
Das Skelett ist das Gerüst, um das die anderen Gewebe herum organisiert sind. Hauptsächlich aus Hydroxyapatitkristallen bestehend, auf der Basis von Kalzium und Phosphat (99 % des körpereigenen Kalziums ist hier abgelagert), ist der Knochen keine starre Struktur, sondern ein lebendes Gewebe, das sich an seiner Oberfläche, Periost genannt, ständig erneuert und in seinem inneren Teil, dem Knochenmark, Blutzellen bildet.
Die Gelenke
Die Gelenke haben je nach Knochen, die sie miteinander verbinden, eine unterschiedliche Struktur. Bei den langen Knochen spricht man vom Synovialgelenk. Die Synovia, Gelenkschmiere, ist ein Element, das sozusagen als Stoßdämpfer und Schmiermittel dient, das die vollständige Beweglichkeit der Elemente sichert: Der Gelenkknorpel, der das äußerste Ende der Knochen auskleidet (die Epiphysen), die Gelenkinnenhaut, die Gelenkkapsel und die Bänder (Ligamente).
Der Knorpel
Er ist maßgeblich für die Geschmeidigkeit der Gelenke verantwortlich und verringert die Reibungen während des Zusammenspiels der Gelenke, er verteilt und gleicht die von den Gelenken erlittene Belastung und beugt so Verletzungen des darunter liegenden Knochens vor. Je nach Belastung auf die jeweilige Gelenkoberfläche kann der Knorpel dank eines komplexen Proteingerüstes entweder eine große Wassermenge zurückhalten bzw. freimachen und seine Form verändern. Der Knorpel besteht zu 70 % aus Wasser, das Fasergerüst zu mehr als 25 %.
Kapsel und Synovialmembran
Die Kapsel setzt sich aus Kollagen und elastischem Gewebe zusammen. Sie sichert mittels ihrer soliden Befestigung an das Knochengewebe die Kohäsion des Gelenkes. Sie ist wenig durchblutet, aber stark mit Nerven durchzogen. Die Gelenkschmiere bildet sich durch Filtrierung aus zahlreichen Haargefäßen der Synovialmembran.
Muskeln und Fortbewegung
Wie alle Feliden (oder Felidae) ist die Katze mehr noch als der Hund ein Fleischfresser. Um ihre Beute zu jagen mobilisiert sie mit all ihrer Kraft, Geschwindigkeit und Präzision ihre 279 Knochen und ihre 30 Zähne. Es hat sich bei ihr eine äußerst starke Muskulatur entwickelt, die sich auf ein für Sprung-, Kletter- und Kampfbewegungen gut angepasstes Skelett stützen kann. Im Vergleich zu ihrem Gewicht entwickelt sie in sehr kurzer Zeit eine beträchtliche Kraft. Allerdings hält sie diese Anstrengung nicht lange durch, denn wie alle Feliden fehlt es ihr an Ausdauer! Mit einem Sprung erklimmt sie im Vergleich zu ihrer Größe beeindruckende Höhen; sie bedient sich aber auch ihrer Krallen, um auf einen Baum hinaufzuklettern. Der umgekehrte Weg bereitet ihr manchmal unüberwindliche Schwierigkeiten, denn hat sie erst einmal die Angst gepackt, ist sie außer Stande hinunterzuklettern.Die Bewegungsmuskeln werden wegen des mikroskopischen Aussehens ihrer Zellen quergestreifte Muskeln genannt. Sie setzen sich aus an Myofibrillen reichen Zellbündeln, einer Art kleiner Fäden, die, untereinander verwoben, zu einer Verkürzung der Zelle und der Zusammenziehung des Muskels führen. Diese Kraft wird über die Sehnen auf die Knochen übertragen, die Faserbänder bilden, die sich auf der Oberfläche des Knochens ablegen. Jede Muskelkontraktion wird durch eine Erregung aus dem Bereich des Nervensystems hervorgerufen. Eine Nervenzelle, oder Neuron, steuert mehrere Dutzend Muskelzellen, was zusammengenommen eine Bewegungseinheit ergibt. Die für die Kontraktion notwendige Energie kommt aus einem chemischen Treibstoff, ATP genannt (Adenosintriphosphat). Auch Sauerstoff ist erforderlich. Deckt die Blutmenge nicht den Sauerstoffbedarf, wird das ATP anders genutzt, und Unterprodukte wie zum Beispiel Milchsäure sammeln sich im Muskel und im Blut an, und führen zu Müdigkeit und Erschöpfung. Der Muskel ist ein Motor mit nicht optimaler Leistung. Nur 25 % der genutzten Energie wird bei der Bewegung umgesetzt, der Rest wird in Form von Wärme abgegeben. Die Kontraktionskoordinierung der verschiedenen Muskelgruppen ist eine der wesentlichen Voraussetzungen für den Erfolg eines Kampfes. Bei der Katze erfolgt diese Organisationsarbeit über das Gehirn, das Kleinhirn leistet dabei sehr gute Dienste, da es selbst bei großer Geschwindigkeit Gesten mit sehr großer Präzision ausführen und die Bewegung schnell in eine andere Richtung lenken kann. Die Vorderpfote der Katze hat fünf Finger, die Hinterpfote vier Zehen. Geschmeidig und dehnbar erlauben sie ihr die völlig lautlose Fortbewegung: Die Sohlenballen spielen die Rolle von Schalldämpfern und die Krallen können eingezogen werden. Das kann bei einem Wettlauf auf einem glatten Untergrund störend sein (die Krallen eines Hundes zum Beispiel dienen ihm als Greifer), vermeidet aber auf der anderen Seite jegliches Geräusch. Geschützt durch ihre Hauttasche, nutzen sich die Krallen nicht ständig ab und bleiben gekrümmt und sehr spitz zulaufend: gefährliche Waffen. Deshalb sollte auch einer ständig im Hause lebenden Katze die Möglichkeit gegeben werden, an einem entsprechenden Material ihre Krallen einzusetzen und aneinander anzugleichen.
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