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Die Katzen Gestern und Heute  > Die Felidae der Welt  > Die Frühgeschichte der Katze
Die Frühgeschichte der Katze Die Frühgeschichte der Katze
Die Kleinkatzen Die Kleinkatzen
Die Großkatzen Die Großkatzen
Die Hauskatze unserer Zeit Die Hauskatze unserer Zeit
Die Frühgeschichte der Katze

Das Tier, das wir heute kennen, entwickelte sich im Laufe einer mindestens vierzig Millionen Jahre andauernden Evolution. Zahlreiche Fossilien erlauben einen Rückschluss auf den Ursprung  der wilden Felidae, zu denen auch die Katze gehört. Die wilden Felidae bilden eine sehr einheitliche Familie. Weibchen und Männchen gleichensich, Männchen sind lediglich größer und schwerer, die einzigeAusnahme bildet der Löwe mit seiner Mähne. Alle sind ausgesprochene Fleischfresser und von allen Tieren am besten an das Erlegen lebender Beute angepasst. Als wahre Kosmopoliten findet man sie überall mit Ausnahme der Antarktis, Australien, Madagaskar, den Antillen und einigen anderen Inseln. Die Familie der Felidae weist drei Untergenera auf: die heutzutage ausgestorbenen Nimravinae, die Acinonychinae, zu welchen die Geparden zählen und die zwei Gattungen der Felinae: die Großkatzen (Gruppe Panthera) und die Kleinkatzen (Gruppe Felinae) aus der die Hauskatze hervorgegangen ist.

 

 

 

Eusmilus, primitiver Vertreter der Felidae des Tertiärs, lebte in Eurasien und Nordamerika. Er hatte ungefähr die Größe eines Pumas. Er verfügte über zwei gewaltige Eckzähne am Oberkiefer und war eher ein Sohlengänger. Die Frettkatze ist ein nur auf Madagaskar vorkommendes Tier. Sie wird zu den primitiven Viverridae gezählt wiegt etwa zehn Kilo und ähnelt dem Puma. Sie ist der größte bodenständige Fleichfresser.

 

 


Der Ursprung der Katzen

Mit dem Aussterben der Dinosaurier gegen Ende des Sekundärs erscheinen die ersten Säugetiere. Es handelt sich um Insektenfresser, um überlebende, die in der Ober-Kreidezeit, vor ungefähr 70 Millionen Jahren den Beginn der Evolution der Fleischfresser und Primaten markieren! Im Paläozän umfasst die Fauna der Säugetiere auch die Gattung der Creodonten, kleine Tiere "nicht größer als 30 cm" von schwerfälliger Statur, mit kurzen Beinen und Halbsohlengänger, jedoch schon mit Krallen ausgestattet, welche die Fleischfresser ankündigen. Die ersten bekannten Fleischfresser dieser Epoche unterscheiden sich anatomisch völlig von den Fleischfressern unserer Tage. Sie verschwinden übrigen im Eozän und werden von den spaltfüßigen Fleischfressern ersetzt, deren mächtige Reißzähne im Vergleich zu denen der Creodonten besser entwickelt sind.


Die Spaltfüßer

Man beobachtet eine bemerkenswerte Entwicklung der Eck- und Reißzähne, vor allem bei den Ahnen der heutigen Fleischfresser, den von den Procreodonten des Paläozäns abstammenden Eucreodonten. Einer der zuerst benannten war Miacis (Miacoidea), eine Art auf Bäumen lebender Ginsterkatze aus Amerika und Eurasien, deren Beine und Körper länger waren als die der Creodonten. Miacis begründete eine Familie, die Miacidae. Zwischen Creodonten und
Spaltfüßern angesiedelt, waren es Tiere kleiner Gestalt, wahrscheinlich Waldbewohner. Sie starben im Ober-Eozän aus. Im übrigen erscheinen schon zum Ende des Eozäns in Eurasien und Amerika einige aus den Miacidae hervorgegangene Vertreter der heutigen Canidae (Hunde und Wölfe), Mustelidae (Iltisse, Wiesel), Ursidae (Bären) und Procyonidae (Waschbären etc.). Die direkt von den Miacidae abstammenden Tiere bilden den Ursprung der Viverridae (Mangusten) und, noch später, der Felidae und Hyaenidae. Sie sind der wahrscheinlichste Ursprung der Spaltfüßer, der frühen Vorfahren der Katzen.


Die primitiven Felidae

Anschließend zeichnet sich im Oligozän bei den Felidae eine deutliche Tendenz ab, welche zur unterschiedlichen Ausprägung der beiden verschiedenen Entwicklungslinien der Katzen führt: einerseits zu großen, robusten aber schwerfälligen Tieren mit mächtigen, säbelzahnförmigen Eckzähnen: den Säbelzahnkatzen Eusmilus. Andererseits zu großen, geschmeidigeren und schnelleren Katzen, deren Gebiss mit dem der heutigen Felidae verwandt ist: den Proailurus, später den Pseudailurus, deren Gang an den der Viverridae erinnert. Die heutige Frettkatze (Crytoprocta ferox) zum Beispiel ist ein lebendes Fossil. Der Pseudailurus ist somit das erste Mitglied der Familie der modernen Katzen, zu deren spektakulären Vertretern der Säbelzahntiger Smilodon in Amerika zählt. Die kleinen Katzen passen sich später an so unterschiedliche Lebensräume an wie Wüsten, Wälder, Steppen und Sumpfgebiete. Während des anschließenden Zeitalters des Miozäns lebte in Frankreich der Felis zitteli, ein naher Verwandter der heutigen Wildkatze unserer Breiten sowie der Wildkatze des Pleistozäns (im Quartär), in welchem die Art Felis erstmals erscheint, während die primitiven Katzen, die Säbelzahntiger Smilodon und Machairodus wieder verschwinden.


Die ersten Wildkatzen

Während des Quartärs kommen die heutigen Wildkatzen auf. Martellis Wildkatze (Felis lunensis), die wahrscheinlich aus dem Anfang des Pleistozäns (vor 1,8 Millionen Jahren) stammt, kann als einer der direkten Vorfahren unserer heutigen Katzen angesehen werden. Diese Katze hat wahrscheinlich die Wildkatze (Felis silvestris) hervorgebracht, die erstmals zum Ende der zweiten Eiszeit erscheint.Sie breitet sich
schnell in ganz Europa, Asien und Afrika aus und entwickelt sich zu drei Haupttypen: der europäischen Wild- oder Waldwildkatze (Felis silvestris silvestris), der afrikanischen Wild- oder Falbkatze (Felis
silvestris lybica
) und der asiatischen Wüsten- oder Steppenkatze (Felis silvestris ornata). Die endgültige Trennung zwischen der europäischen und der afrikanischen Wildkatze vollzog sich verschiedenen Angaben zufolge vor ungefähr 20 000 Jahren.

 

 


 

DIE ORDNUNG DER CREODONTEN
Fleischfresser mit massivem Körperbau, kurzen Beinen, Halbsohlengänger, der Schädel ist groß im Verhältnis zum Körpervolumen, vorherrschend sind dieGesichtsknochen. Die Gehörkapsel ist nicht verknöchert. Das nur schwach ausgebildete Gehirn umfasst wichtige olfaktorische Zentren in Form von fast glatten Halbkugeln, die das Kleinhirn unbedeckt ließen. Das schon komplett ausgebildete Gebiss gehört zum Typ der Fleischfresser. Die frühesten Vertreter sind die Procreodonten, die zu Beginn des Tertiärs in Nordamerika und Europa lebten; ihr Gebiss, in dem noch keine Reißzähne zu erkennen sind, ähnelt dem der Insektenfresser. Die weiter entwickelten Eucreodonten lassen die heutigen Fleischfresser schon erahnen. Aus einigen ihrer Zähne bilden sich Reißzähne. Im Laufe des Oligozäns entwickeln sie sich zu Spaltfüßern.

 

DIE ORDNUNG DER SPALTFÜßER
Auf dem Land lebende Fleischfresser mit klar vom Körper getrennten Extremitäten, einzelnen mit Krallen versehenen Zehen, verknöcherter Gehörkapsel, bei den meisten Ausprägungen gehen Schläfen- und Augenhöhlen schon ineinander über, Daumen und große Zehe sind verkümmert oder fehlen. Einige Spezies sind Allesfresser oder Fructivoren. Die Jungen sind Nesthocker.

 

DIE FAMILIE DER FELIDAE
Sie markieren den Endpunkt der Evolutionsrichtung der Fleischfresser. Weit hervorstehender Schädel mit deutlich hervortretendem Jochbeinbogen, um den starken Kaumuskeln Ansatzstelle und Bewegungsfreiheit zu bieten. Das Kiefergelenk lässt nur vertikale Bewegungen zu. Zehengänger. Die Vorder- und Hinterfußzehen enden in einziehbaren Krallen. Vertikale Pupillen.

 

 


Von der Wildkatze zur Hauskatze

Unsere Hauskatze (Felis silvestris catus, früher Felis catus), stammt erwiesenermaßen von der afrikanischen Wildkatze ab.
Tatsächlich ist sie aus mehreren wilden Arten hervorgegangen, zu denen auch die im Iran, in Pakistan und in Indien lebende Steppenkatze (Felis silvestris ornata) zählt, welche von Natur aus dem Menschen gegenüber keine Scheu zeigt. Ihr Fell ist
von einem gelblichen Grau mit schwarzen, rundlichen Tupfen, einem langen, beringten Schwanz mit schwarzer Spitze. Die afrikanische Falbkatze (Felis silvestris lybica), die sich mit der Steppenkatze gekreuzt hat und in Ägypten 2500 v.Chr.
domestiziert wurde, ähnelt der getigerten Katze: kurzes Fell, mit grauen, fahlgelben bis graubraunen Querstreifen auf den Flanken, schwarzen Querstreifen auf den Extremitäten, beringtem Schwanz mit schwarzer Schwanzspitze. Das Tier ist leicht zähmbar und zählt sicherlich zu den Tieren, die als Vorfahren unserer Katze in Frage kommen. Felis silvestris hingegen ist ein ausgesprochen wildes und unzähmbares Tier.

 

 

Die Domestizierung ist eine vom Menschen vorgenommene allmähliche Umwandlung einer Spezies von Wildtieren in eine gezähmte Spezies, um an die Produkte oder Leistungen der Tiere zu gelangen (Enzyklopädie Larousse). Heutzutage ist eine neue Intimität zwischen Katze und Mensch zu beobachten, da die Katze in sehr engem Kontakt mit ihm lebt und ihre Beziehung zueinander an einen intensiven, zärtlichen Kontakt gebunden ist.

 


Der Beginn der Domestizierung

Die Domestizierung derKatze blieb bisher einigermaßen rätselhaft und konnte nicht mit absoluter Sicherheit geklärt werden. Die traditionelle Version besagt, dass die Katze in Ägypten domestiziert wurde, wo die ersten Hinweise auf ihre Domestizierung tatsächlich um 4 500 v.Chr. datieren. Die ägyptische Katze stammt dieser Theorie zufolge von einer Unterart der Felis silvestris lybica ab und war anfangs nur ein Tischgenosse des Menschen, der sich mit ihm die Nahrung teilte, wurde mit anwachsender Vertrautheit zwischen Mensch und Tier später zu einem "Familienmitglied" und schließlich zum "ständigen Begleiter". Die Ägypter mussten während der Dauer des Neuen Reiches (ungefähr 1580-1070 v.Chr.) bis in die Zeit der ptolemäischen Dynastie (300-30 v.Chr.) sogar Wildkatzen in ihrer Nähe dulden und zähmen, die sie später ebenso mumifizierten wie die von ihnen schon vor langer Zeit domestizierten Katzen. In anderen Theorien hingegen ist von vielen verschiedenen, voneinander unabhängigen Orten der Domestizierung die Rede: so soll die in Pakistan auch heute noch wild vorkommende Steppenkatze mit ihrem kleinen Schädelvolumen von dort nach Ägypten gekommen sein. Nachfahren der Libyschen Katze, die ein größeres Schädelvolumen aufweist, sollen in Libyen domestiziert worden sein; auch Südostasien wird erwähnt, was erklären würde, weshalb die europäische Katze anderen Ursprungs ist. Der ägyptische Katzenkult könnte somit aus einer Aufzucht domestizierter Katzen indischer Herkunft entstanden sein, dennoch ist die asiatische Abstammung der domestizierten Katze umstritten.

 

 


Um den Grad der Domestizierung der Katze bestimmen zu können, nutzten die Archäologen vielerlei Methoden, deren eine, ein Messverfahren, der Schädelindex von Schauenberg ist, bei dem das Verhältnis zwischen Schädellänge und Schädelvolumen gemessen wird. Bei der Hauskatze ist das Volumen geringer. Der Schädelindex der heutigen Hauskatze ist also dem der Steppenkatze aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran näher als dem der Libischen Katze. Schauenberg zufolge sei die Katze aus dem Iran schon domestiziert oder im Stadium der Domestizierung nach Ägypten gekommen. Diese Hypothese, die sich auf das Hirnvolumen stützt, rechnet die Hauskatze der aus Indien und Pakistan stammenden Wildkatze zu. Tatsächlich gelang es Schauenberg, nachzuweisen, dass das Schädelvolumen der Letzteren ist kleiner als das der afrikanischen Falbkatze und auch kleiner als das der mumifizierten Katzen aus Ägypten, jedoch dem Schädelvolumen der Hauskatze jedoch sehr nahe kommt. Vom Schädel- oder Hirnvolumen sei der Grad der Domestizierung also abzulesen: je kleiner es ist, desto "domestizierter" das Tier.

 

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Die Hauskatze unserer Zeit









 

Das Tier, das wir heute kennen, entwickelte sich im Laufe einer mindestens vierzig Millionen Jahre andauernden Evolution. Zahlreiche Fossilien erlauben einen Rückschluss auf den Ursprung  der wilden Felidae, zu denen auch die Katze gehört. Die wilden Felidae bilden eine sehr einheitliche Familie. Weibchen und Männchen gleichensich, Männchen sind lediglich größer und schwerer, die einzigeAusnahme bildet der Löwe mit seiner Mähne. Alle sind ausgesprochene Fleischfresser und von allen Tieren am besten an das Erlegen lebender Beute angepasst. Als wahre Kosmopoliten findet man sie überall mit Ausnahme der Antarktis, Australien, Madagaskar, den Antillen und einigen anderen Inseln. Die Familie der Felidae weist drei Untergenera auf: die heutzutage ausgestorbenen Nimravinae, die Acinonychinae, zu welchen die Geparden zählen und die zwei Gattungen der Felinae: die Großkatzen (Gruppe Panthera) und die Kleinkatzen (Gruppe Felinae) aus der die Hauskatze hervorgegangen ist.

 

 

 

Eusmilus, primitiver Vertreter der Felidae des Tertiärs, lebte in Eurasien und Nordamerika. Er hatte ungefähr die Größe eines Pumas. Er verfügte über zwei gewaltige Eckzähne am Oberkiefer und war eher ein Sohlengänger. Die Frettkatze ist ein nur auf Madagaskar vorkommendes Tier. Sie wird zu den primitiven Viverridae gezählt wiegt etwa zehn Kilo und ähnelt dem Puma. Sie ist der größte bodenständige Fleichfresser.

 

 


Der Ursprung der Katzen

Mit dem Aussterben der Dinosaurier gegen Ende des Sekundärs erscheinen die ersten Säugetiere. Es handelt sich um Insektenfresser, um überlebende, die in der Ober-Kreidezeit, vor ungefähr 70 Millionen Jahren den Beginn der Evolution der Fleischfresser und Primaten markieren! Im Paläozän umfasst die Fauna der Säugetiere auch die Gattung der Creodonten, kleine Tiere "nicht größer als 30 cm" von schwerfälliger Statur, mit kurzen Beinen und Halbsohlengänger, jedoch schon mit Krallen ausgestattet, welche die Fleischfresser ankündigen. Die ersten bekannten Fleischfresser dieser Epoche unterscheiden sich anatomisch völlig von den Fleischfressern unserer Tage. Sie verschwinden übrigen im Eozän und werden von den spaltfüßigen Fleischfressern ersetzt, deren mächtige Reißzähne im Vergleich zu denen der Creodonten besser entwickelt sind.


Die Spaltfüßer

Man beobachtet eine bemerkenswerte Entwicklung der Eck- und Reißzähne, vor allem bei den Ahnen der heutigen Fleischfresser, den von den Procreodonten des Paläozäns abstammenden Eucreodonten. Einer der zuerst benannten war Miacis (Miacoidea), eine Art auf Bäumen lebender Ginsterkatze aus Amerika und Eurasien, deren Beine und Körper länger waren als die der Creodonten. Miacis begründete eine Familie, die Miacidae. Zwischen Creodonten und
Spaltfüßern angesiedelt, waren es Tiere kleiner Gestalt, wahrscheinlich Waldbewohner. Sie starben im Ober-Eozän aus. Im übrigen erscheinen schon zum Ende des Eozäns in Eurasien und Amerika einige aus den Miacidae hervorgegangene Vertreter der heutigen Canidae (Hunde und Wölfe), Mustelidae (Iltisse, Wiesel), Ursidae (Bären) und Procyonidae (Waschbären etc.). Die direkt von den Miacidae abstammenden Tiere bilden den Ursprung der Viverridae (Mangusten) und, noch später, der Felidae und Hyaenidae. Sie sind der wahrscheinlichste Ursprung der Spaltfüßer, der frühen Vorfahren der Katzen.


Die primitiven Felidae

Anschließend zeichnet sich im Oligozän bei den Felidae eine deutliche Tendenz ab, welche zur unterschiedlichen Ausprägung der beiden verschiedenen Entwicklungslinien der Katzen führt: einerseits zu großen, robusten aber schwerfälligen Tieren mit mächtigen, säbelzahnförmigen Eckzähnen: den Säbelzahnkatzen Eusmilus. Andererseits zu großen, geschmeidigeren und schnelleren Katzen, deren Gebiss mit dem der heutigen Felidae verwandt ist: den Proailurus, später den Pseudailurus, deren Gang an den der Viverridae erinnert. Die heutige Frettkatze (Crytoprocta ferox) zum Beispiel ist ein lebendes Fossil. Der Pseudailurus ist somit das erste Mitglied der Familie der modernen Katzen, zu deren spektakulären Vertretern der Säbelzahntiger Smilodon in Amerika zählt. Die kleinen Katzen passen sich später an so unterschiedliche Lebensräume an wie Wüsten, Wälder, Steppen und Sumpfgebiete. Während des anschließenden Zeitalters des Miozäns lebte in Frankreich der Felis zitteli, ein naher Verwandter der heutigen Wildkatze unserer Breiten sowie der Wildkatze des Pleistozäns (im Quartär), in welchem die Art Felis erstmals erscheint, während die primitiven Katzen, die Säbelzahntiger Smilodon und Machairodus wieder verschwinden.


Die ersten Wildkatzen

Während des Quartärs kommen die heutigen Wildkatzen auf. Martellis Wildkatze (Felis lunensis), die wahrscheinlich aus dem Anfang des Pleistozäns (vor 1,8 Millionen Jahren) stammt, kann als einer der direkten Vorfahren unserer heutigen Katzen angesehen werden. Diese Katze hat wahrscheinlich die Wildkatze (Felis silvestris) hervorgebracht, die erstmals zum Ende der zweiten Eiszeit erscheint.Sie breitet sich
schnell in ganz Europa, Asien und Afrika aus und entwickelt sich zu drei Haupttypen: der europäischen Wild- oder Waldwildkatze (Felis silvestris silvestris), der afrikanischen Wild- oder Falbkatze (Felis
silvestris lybica
) und der asiatischen Wüsten- oder Steppenkatze (Felis silvestris ornata). Die endgültige Trennung zwischen der europäischen und der afrikanischen Wildkatze vollzog sich verschiedenen Angaben zufolge vor ungefähr 20 000 Jahren.

 

 


 

DIE ORDNUNG DER CREODONTEN
Fleischfresser mit massivem Körperbau, kurzen Beinen, Halbsohlengänger, der Schädel ist groß im Verhältnis zum Körpervolumen, vorherrschend sind dieGesichtsknochen. Die Gehörkapsel ist nicht verknöchert. Das nur schwach ausgebildete Gehirn umfasst wichtige olfaktorische Zentren in Form von fast glatten Halbkugeln, die das Kleinhirn unbedeckt ließen. Das schon komplett ausgebildete Gebiss gehört zum Typ der Fleischfresser. Die frühesten Vertreter sind die Procreodonten, die zu Beginn des Tertiärs in Nordamerika und Europa lebten; ihr Gebiss, in dem noch keine Reißzähne zu erkennen sind, ähnelt dem der Insektenfresser. Die weiter entwickelten Eucreodonten lassen die heutigen Fleischfresser schon erahnen. Aus einigen ihrer Zähne bilden sich Reißzähne. Im Laufe des Oligozäns entwickeln sie sich zu Spaltfüßern.

 

DIE ORDNUNG DER SPALTFÜßER
Auf dem Land lebende Fleischfresser mit klar vom Körper getrennten Extremitäten, einzelnen mit Krallen versehenen Zehen, verknöcherter Gehörkapsel, bei den meisten Ausprägungen gehen Schläfen- und Augenhöhlen schon ineinander über, Daumen und große Zehe sind verkümmert oder fehlen. Einige Spezies sind Allesfresser oder Fructivoren. Die Jungen sind Nesthocker.

 

DIE FAMILIE DER FELIDAE
Sie markieren den Endpunkt der Evolutionsrichtung der Fleischfresser. Weit hervorstehender Schädel mit deutlich hervortretendem Jochbeinbogen, um den starken Kaumuskeln Ansatzstelle und Bewegungsfreiheit zu bieten. Das Kiefergelenk lässt nur vertikale Bewegungen zu. Zehengänger. Die Vorder- und Hinterfußzehen enden in einziehbaren Krallen. Vertikale Pupillen.

 

 


Von der Wildkatze zur Hauskatze

Unsere Hauskatze (Felis silvestris catus, früher Felis catus), stammt erwiesenermaßen von der afrikanischen Wildkatze ab.
Tatsächlich ist sie aus mehreren wilden Arten hervorgegangen, zu denen auch die im Iran, in Pakistan und in Indien lebende Steppenkatze (Felis silvestris ornata) zählt, welche von Natur aus dem Menschen gegenüber keine Scheu zeigt. Ihr Fell ist
von einem gelblichen Grau mit schwarzen, rundlichen Tupfen, einem langen, beringten Schwanz mit schwarzer Spitze. Die afrikanische Falbkatze (Felis silvestris lybica), die sich mit der Steppenkatze gekreuzt hat und in Ägypten 2500 v.Chr.
domestiziert wurde, ähnelt der getigerten Katze: kurzes Fell, mit grauen, fahlgelben bis graubraunen Querstreifen auf den Flanken, schwarzen Querstreifen auf den Extremitäten, beringtem Schwanz mit schwarzer Schwanzspitze. Das Tier ist leicht zähmbar und zählt sicherlich zu den Tieren, die als Vorfahren unserer Katze in Frage kommen. Felis silvestris hingegen ist ein ausgesprochen wildes und unzähmbares Tier.

 

 

Die Domestizierung ist eine vom Menschen vorgenommene allmähliche Umwandlung einer Spezies von Wildtieren in eine gezähmte Spezies, um an die Produkte oder Leistungen der Tiere zu gelangen (Enzyklopädie Larousse). Heutzutage ist eine neue Intimität zwischen Katze und Mensch zu beobachten, da die Katze in sehr engem Kontakt mit ihm lebt und ihre Beziehung zueinander an einen intensiven, zärtlichen Kontakt gebunden ist.

 


Der Beginn der Domestizierung

Die Domestizierung derKatze blieb bisher einigermaßen rätselhaft und konnte nicht mit absoluter Sicherheit geklärt werden. Die traditionelle Version besagt, dass die Katze in Ägypten domestiziert wurde, wo die ersten Hinweise auf ihre Domestizierung tatsächlich um 4 500 v.Chr. datieren. Die ägyptische Katze stammt dieser Theorie zufolge von einer Unterart der Felis silvestris lybica ab und war anfangs nur ein Tischgenosse des Menschen, der sich mit ihm die Nahrung teilte, wurde mit anwachsender Vertrautheit zwischen Mensch und Tier später zu einem "Familienmitglied" und schließlich zum "ständigen Begleiter". Die Ägypter mussten während der Dauer des Neuen Reiches (ungefähr 1580-1070 v.Chr.) bis in die Zeit der ptolemäischen Dynastie (300-30 v.Chr.) sogar Wildkatzen in ihrer Nähe dulden und zähmen, die sie später ebenso mumifizierten wie die von ihnen schon vor langer Zeit domestizierten Katzen. In anderen Theorien hingegen ist von vielen verschiedenen, voneinander unabhängigen Orten der Domestizierung die Rede: so soll die in Pakistan auch heute noch wild vorkommende Steppenkatze mit ihrem kleinen Schädelvolumen von dort nach Ägypten gekommen sein. Nachfahren der Libyschen Katze, die ein größeres Schädelvolumen aufweist, sollen in Libyen domestiziert worden sein; auch Südostasien wird erwähnt, was erklären würde, weshalb die europäische Katze anderen Ursprungs ist. Der ägyptische Katzenkult könnte somit aus einer Aufzucht domestizierter Katzen indischer Herkunft entstanden sein, dennoch ist die asiatische Abstammung der domestizierten Katze umstritten.

 

 


Um den Grad der Domestizierung der Katze bestimmen zu können, nutzten die Archäologen vielerlei Methoden, deren eine, ein Messverfahren, der Schädelindex von Schauenberg ist, bei dem das Verhältnis zwischen Schädellänge und Schädelvolumen gemessen wird. Bei der Hauskatze ist das Volumen geringer. Der Schädelindex der heutigen Hauskatze ist also dem der Steppenkatze aus Afghanistan, Pakistan und dem Iran näher als dem der Libischen Katze. Schauenberg zufolge sei die Katze aus dem Iran schon domestiziert oder im Stadium der Domestizierung nach Ägypten gekommen. Diese Hypothese, die sich auf das Hirnvolumen stützt, rechnet die Hauskatze der aus Indien und Pakistan stammenden Wildkatze zu. Tatsächlich gelang es Schauenberg, nachzuweisen, dass das Schädelvolumen der Letzteren ist kleiner als das der afrikanischen Falbkatze und auch kleiner als das der mumifizierten Katzen aus Ägypten, jedoch dem Schädelvolumen der Hauskatze jedoch sehr nahe kommt. Vom Schädel- oder Hirnvolumen sei der Grad der Domestizierung also abzulesen: je kleiner es ist, desto "domestizierter" das Tier.

 

 


   
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