
Trotz ihres Ruf, ein unabhängiges und autonomes Tier zu sein, lässt sich die Katze sehr früh erziehen und zeigt dabei erstaunliche Lernfähigkeit. Erinnert sei nur an das Kätzchen, das mit jungen Hunden aufgewachsen ist und sich von ihnen abgeschaut hat, das Bein beim Harnlassen zu heben! Man kann einem Katzenjungen jedoch nur natürliche und entsprechend positiv verstärkte Verhaltensabfolgen beibringen und so ihr Verhalten prägen. Darin liegt übrigens auch die Kunst der - recht seltenen - Katzendompteure im Zirkus: Sie beobachten die interessanten Verhaltensweisen ihrer Katze, arbeiten sie heraus und setzen sie in Szene, um sie zur Geltung zu bringen. Die Motivation der Katze ist fast noch höher als beim Hund, wobei Motivation hier im gleichen Sinne zu verstehen ist wie beim Menschen: Die Katze muss das Verhalten zunächst umsetzen wollen, um es zu auszuführen. Die Verlockung mit einem guten Happen, die Pavlov für seine Experimente mit Hunden benutzte, greift bei der Katze wenig, für sie zählen viel eher Bindung an den Halter und Lust am Spiel. Dieser Bezug der Neurophysiologen auf den Begriff der Motivation zeigt den Intelligenzgrad, den sie der Katze beimessen.

Die gegenwärtigen Erkenntnisse über das Verhalten von Katzen zeigen, dass ihre psychomotorische Entwicklung wie beim Menschen bereits vor der Geburt beginnt. Das Befinden des Muttertieres beeinflusst das Verhalten unD die Lernfähigkeit ihrer zukünftigen Kätzchen. Eine Gruppe von britischen Forschern hat ebenfalls gezeigt, dass die Sozialisation an den Menschen genetisch veranlagt und ein vom Vater den Katzenjungen vererbter Charakterzug sein kann. Das ist nach derzeitigem Wissen der einzige bekannte Einfluss des Vaters auf seine Nachkommenschaft, da er sich in der Folge nicht mehr um sie kümmert. Im Wesentlichen erfolgt die Erziehung im Zeitraum zwischen der Geburt und dem sechsten Lebensmonat; Erziehung und Lernprozess sind je nach Temperament der Katze und pädagogischen Fähigkeiten des Halters aber auch bei ausgewachsenen Katzen möglich. Beim Katzenjungen gliedert sich das Verhalten innerhalb des Wurfes um drei Bereiche: - den Lernprozess, der den wichtigsten Platz einnimmt;
- die Rolle der Mutter, die vor allem in der aller ersten Entwicklung von ganz besonderer Bedeutung ist;
- die Sozialisation, von der weitestgehend sein Verhalten als ausgewachsene Katze abhängen wird.
Man spricht von interspezifischer Sozialisation, d.h. der Grundsteinlegung aller kommunikativen, katzenspezifischen Verhaltensmuster. Diese Grundsteinlegung erfolgt, verglichen mit dem Hund, sehr frühzeitig, und ist für eine gute Entwicklung des Kätzchens und für sein emotionales Gleichgewicht wesentlich. Sie beginnt in der zweiten Woche nach der Geburt und endet um die siebente Woche, mitunter auch etwas später. In diesem Zeitraum ist es wichtig, dem Kätzchen ein "anregendes Milieu", wie es von den Ethologen genannt wird, d.h. Stimulierung ihrer Sinne und ihrer Intelligenz, zu bieten. Der Kontakt und die Spiele unter den Katzenjungen bestimmen ihre Entwicklung wesentlich, und sollten vor der achten Lebenswoche erfolgen.Die interspezifische Sozialisation- d.h. das Erlernen von gelenkten sozialen Verhaltensweisen gegenüber befreundeten Lebewesen (Mensch, Hund, Kaninchen usw.) fällt ebenfalls in diesen Zeitraum und erstreckt sich ungefähr bis zum dritten Monat. Von der Qualität dieser interspezifischen Soziabilität hängen später Art und Stärke der Bindung ab, die sich zwischen dem Halter und seiner Katze entwickeln wird. Die Soziabilität einer Katze kann beeinflusst werden. Lebt sie in den ersten Wochen in der Umgebung von verschiedenen Personen, wird sie in der Folge unkompliziert und anpassungsfähig sein, dafür aber kaum eine Ausschließlichkeitsbindung zu nur einem Herrchen entwickeln. Erlebt sie diese ersten Wochen dagegen mit höchstens einer oder zwei Personen, wird sie später eine sehr starke Beziehung zu einem einzigen Herrchen entwickeln. Die Katze sollte die Lebewesen, in deren Umgebung sie später leben wird, bereits in diesem jungen Alter kennen lernen, da eine Gewöhnung im Nachhinein viel schwieriger sein wird. Dies trifft vor allem für Kleinkinder zu, die in den Weiße Katzen mit orange- oder kupferfarbenen Augen sind nicht taub. - Weiße Katzen mit verschiedenfarbigen Augen (ein Auge blau, das andere orange) sind nur auf einem Ohr taub.','Augen');" onmouseout="hideTT();">Augen der Katze eine besondere Gattung des menschlichen Geschlechts darstellen! Unberechenbar, fähig, äußerst schrille Töne von sich zu geben, einen Moment der Unaufmerksamkeit der Erwachsenen zu nutzen, um an den Barthaaren, am Schwanz oder den Ohren der vorbeilaufenden Katze zu ziehen: Kleinkinder werden von einer Katze manchmal nur schwer geduldet. Es ist wichtig, sie aneinander zu gewöhnen, vor allem, wenn die Großeltern nur von Zeit zu Zeit die Enkelkinder bei sich haben. Zwar sind Putzverhalten, Ausscheidung und Nahrungsaufnahme (außer Stillen) in gewisser Weise den Katzenjungen angeboren, müssen aber doch von der Katzenmutter schnell vermittelt werden. Vom fünfzehnten Tag an ist das Kätzchen dann schon in der Lage, den vorderen Teil seines Körpers zu lecken. Ab der dritten Woche kann es selbständig in einer Katzentoilette ihr Geschäft verrichten. Ab der vierten Woche ist die Katze fähig, sich durch Imitation wie ihre Mutter zu ernähren und entwickelt Vorlieben für bestimmte Speisen. Die Katze sollte dabei recht schnell an den Geschmack des Wassers, der sich so sehr von dem der Milch unterscheidet, gewöhnt werden. Damit aus dem Kätzchen nicht eine Katze mit schwierigen Essgewohnheiten wird, ist es angebracht, den Katzenjungen Nahrungsmittel unterschiedlicher Zusammensetzung und Geschmacksrichtung anzubieten (Trockenfutter, Bouletten, Pasteten).

Adoptiert man ein junges Kätzchen, sind der Erziehung Grenzen gesetzt. Die Sauberkeit ist bereits erworben und es genügt im Allgemeinen, dem Kätzchen ein Mal seine Katzenlatrine zu zeigen, damit es sich den Ort einprägt und ihn systematisch aufsuchen kann. Das Kätzchen lernt ebenfalls und ohne besondere Erklärungen den Kühlschrank und andere Nahrungsquellen zu orten! Der Respekt vor Tischen, Tellern und den Menschen zugedachten Speisen ist schon etwas schwieriger. Denn der Sprung auf den Tisch oder auf die Arbeitsplatte der Küche gehört zum Normalverhalten der Katze. Möchten Sie es untersagen, genügt ein schroffes "nein", eventuell begleitet von einem kurzen Geräusch (Fingerschnipsen oder Händeklatschen). Ist die Katze dagegen daran gewöhnt, auf den Tisch zu springen und darauf herumzulaufen, wird es äußerst schwierig sein, dass der für die Gäste gedeckte Tisch respektiert wird. Dann bleibt nur noch die Esszimmertür zu schließen! Der freie Zugang zu allen Zimmern ist im Allgemeinen am einfachsten. Gleichwohl kann natürlich auch der Zugang zu einem Zimmer untersagt werden, in dem ein Baby schläft; die Spielregel sollte jedoch rechtzeitig, d.h. mindestens einen Monat vor der Geburt des Kindes eingeführt werden.


"ANREGENDES MILIEU" Unter diesem herkömmlichen Begriff versteckt sich lediglich die Tatsache, dass man die Katzenjungen in einer abwechslungsreichen Umgebung mit vielen Sinnes- und Beziehungsreizen aufwachsen lässt. Sämtliche Untersuchungen haben gezeigt, welche Bedeutung es für die Katzen hat, verschiedene Gegenstände zu ihrer Verfügung zu haben, und sei es auch nur einige Minuten pro Tag (kleine Bälle, Tüten aus Packpapier, Pappkartons usw.), Holzgegenstände zum Klettern. Wichtig sind auch Versteckmöglichkeiten (Pappkartons sind eine Schatzgrube für ihre Entdeckungen!), sowie ein reichhaltiges Universum verschiedener Klänge (Fernseher, Spiele und Kinderschreie, Musik usw.). Unter der artigen Bedingungen aufgewachsene Katzenjungen zeigen bereits vor der 5. Woche (dem üblichen Alter für diese Aktivitäten) Ansätze zum Spiel. Ihre Entwicklung wird dadurch eindeutig beschleunigt und weitestgehend verbessert. Das Ziel des anregenden Milieus ist es, das harmonische Entwicklungsverhalten der Katzenjungen zu fördern und ihnen die Möglichkeit zu geben, sich verschiedenen Umgebungen anzupassen. Die so aufgezogenen Kätzchen werden einen ausgeprägten Forscherdrang an den Tag legen.
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