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Die Bedeutung der Ernährung für die Entstehung und Behandlung verschiedener Hautkrankheiten ist immer noch Gegenstand kontroverser Diskussionen bei Tierärzten und Ernährungswissenschaftlern. In diesem Beitrag wird auf drei strittige Themen eingegangen: die therapeutische Wirksamkeit von mehrfach ungesättigten Fettsäuren in der Nahrung, das Potenzial von Nahrungsergänzungsstoffen für die Verbesserung von Haut- und Fellzustand und der Einsatz kommerzieller Diäten mit selektiven Antigenen für die Diagnose und Behandlung einer Futtermittelüberempfindlichkeit.

Obwohl mehrfach ungesättigte Fettsäuren dem Futter bereits seit über 15 Jahren zugesetzt werden, sind wichtige Fragen zur Wirksamkeit bei Hautkrankheiten von Hunden und Katzen noch nicht beantwortet. Diese Unsicherheit ist in erster Linie auf die enttäuschenden Ergebnisse einer Reihe von klinischen Studien zurückzuführen, in denen nicht geklärt werden konnte, welche Fettsäuren in welcher Dosierung und für welche Dauer angewendet werden sollen. Ein ungeeignetes Studienkonzept, eine falsche Dosierung der Fettsäuren und eine unzureichende Behandlungsdauer können zu der offensichtlich mangelhaften Wirksamkeit von Fettsäuren in klinischen Studien geführt haben.1, 2 Neuere Studien, die auf diese Fragen eingingen, haben für den Hund gezeigt, dass bei der Ergänzung von Fettsäuren vielfach von einem klinischen Erfolg ausgegangen werden kann.
A. Indikation für die Futterergänzung durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren
Indikationen für eine Ergänzung der Nahrung durch mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind pruriginöse Hautkrankheiten und Allergien bei Hunden und Katzen. Dazu zählen vor allem die allergische Flohbissdermatitis, die atopische Dermatitis, Futtermittelunverträglichkeiten und idiopathischer Pruritus, aber auch das eosinophile Granulom der Katze. Unklar ist, ob diese unterschiedlichen Erkrankungen in gleichem Ausmaß auf eine Fettsäurenergänzung reagieren. Einige Autoren gehen davon aus, dass Hunde mit atopischer Dermatitis am besten auf Fettsäuren ansprechen. Insgesamt ist es jedoch sehr schwer vorherzusagen, bei welchen Patienten der größte klinische Nutzen zu erzielen ist. Ferner muss berücksichtigt werden, dass in vielen Fällen eine Nahrungsergänzung durch Fettsäuren allein nicht ausreicht, sondern dass zusätzlich nichtsteroidale Medikamente (z.B. Chlorpheniramin) eingesetzt werden müssen, damit klinische Symptome kontrolliert oder dieSteroiddosis reduziert werden können. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren sind darüber hinaus bei Tieren mit Fettstoffwechselstörungen indiziert, wie zum Beispiel bei einer Hypothyreose, der atopischen Dermatitis und bestimmten Keratinisierungsstörungen. Da die beiden erstgenannten Krankheiten mit einer Beeinträchtigung des Stoffwechsels von mehrfach ungesättigten Fettsäuren - insbesondere von Linolsäure - einhergehen, kann die Ergänzung von α-Linolensäure in diesen Fällen von Nutzen sein. Linolsäure beeinflusst die kutane Permeabilität und ist wegen der regulierenden Wirkung, die ihr Metabolit Arachidonsäure auf die epidermale Proliferation ausübt, bei bestimmten Keratinisationsstörungen indiziert.
B. Klinische Wirksamkeit mehrfach ungesättigter Fettsäuren in der Nahrung
In zwei gut konzipierten Studien konnte die Wirksamkeit von mehrfach ungesättigten Fettsäuren im Futter für Hunde mit pruriginösen Hauterkrankungen demonstriert werden. In der ersten Studie zeigten Logas und Kunkle,3 dass die Ergänzung von Seefischölen (18% Eicosapentaensäure, 12 % Docosahexaensäure) in einer Dosierung von 2,2ml/10kgKG zu einer signifikanten Abnahme von Pruritus (im Mittel -38%) und Alopezie (im Mittel -45%) führte und dass sich der Fellzustand der Tiere deutlich verbesserte (+58%). Die Öle wurden dem Futter sechs Wochen lang zugefügt; die erzielten Verbesserungen von Alopezie und Fellzustand wurden auf die verringerte Selbsttraumatisierung zurückgeführt. Sowohl die Tierbesitzer als auch die behandelnden Tierärzte waren während der Crossover-Studie, die kontrolliert mit Maisöl als Placebo durchgeführt wurde, nicht informiert über die Art der Behandlung der einzelnen Tiere.
In der anderen Untersuchung verwendete Harvey4 bei atopischen Hunden eine kommerziell erhältliche Mischung aus Borretschsamenöl als Quelle für y-Linolensäure und Fischöl. Auch hier handelt es sich um eine placebokontrollierte (Olivenöl) Doppelblindstudie, die über einen Zeitraum von acht Wochen lief. Die Dosierung wurde so gewählt, dass die tatsächliche Aufnahme von α-Linolensäure, Eicosapentaensäure und Docosahexaensäure 21,0mg/kg, 2,1mg/kg bzw. 1,3mg/kgKG in der niedrigen Dosierung und 42mg/kg, 4,2mg/kg bzw. 2,7mg/kgKG in der höheren Dosierung betrug. Die mit der geringeren Menge behandelten Hunde erhielten eine statistisch signifikant verbesserte Gesamtbewertung (im Mittel -57%), die für die einzelnen Parameter Juckreiz, Erythem, Ödem, Alopezie und Selbsttraumatisierung erfasst wurde. Die Gruppe mit der höheren Dosis zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung der Erytheme (-62 %), der Selbsttraumatisierung (-63%) und der Gesamtbewertung (-49%). Der Erfolg dieser beiden Studien ist nicht nur auf ihr aussagefähiges Konzept zurückzuführen, sondern auch auf die Tatsache, dass die Autoren lange genug ausreichende Mengen an Fettsäuren zugefüttert haben. Die in diesen Untersuchungen verwendeten Fettsäurenkonzentrationen sind deutlich höher, als sie normalerweise in Dosen- und Trockenfutter für Hunde enthalten sind, und auch wesentlich höher als in früheren Studien. Im Vergleich zu vorangegangenen Studien wurden in der Studie von Logas und Kunkle3 mehr als die doppelte Menge an Omega-3-Fettsäuren (Abb. 1) und in der von Harvey4 eine etwa um den Faktor 2,3-4,6 größere Menge an y-Linolensäure (Abb. 2) eingesetzt. Die Omega-3-Fettsäurezufuhr war in der Studie von Harvey zu gering, um per se einen therapeutischen Effekt zu erzielen, es ist jedoch möglich, dass sie die Wirkungen der y-Linolensäure verstärkt hat. Theoretisch bestehen Bedenken, dass eine hohe Aufnahme von Omega-3- Fettsäuren die Thrombozytenaktivität, Immunfunktion und Wundheilung beeinträchtigen könnte, es gibt aber keinen Beleg dafür, dass eine Zufuhr in dieser Höhe während einer Kurzoder auch Langzeitanwendung beim Hund schädliche Auswirkungen hat. Untersuchungen zum Wirksamkeitsvergleich der Öle von Seefischen gegenüber Borretschsamen liegen nicht vor. Die persönliche Vorliebe der Tierärzte scheint etwa gleichmäßig auf diese beiden Produkte verteilt zu sein.


C. Verhältnis der ungesättigten Fettsäuren in der Nahrung
Diäten mit speziellen Omega-6:Omega-3-Fettsäure-Verhältnissen können das Gleichgewicht von Omega-6- und Omega- 3-Fettsäuren in Phospholipiden der Zellmembran so verändern, dass die Entzündungsreaktion stimulierter Zellen beeinflusst wird. Gestützt wird diese Hypothese durch eine experimentelle Studie,5 in der sich eine Reduktion der entzündungsfördernden Leukotrien B4-Produktion in Hautbioptaten von gesunden Hunden zeigte, wenn diese eine Diät mit Fettsäureverhältnissen von 5:1 und 10:1 erhielten im Vergleich zu Diäten mit Verhältnissen von 25:1 und darüber. Die Abnahme von Leukotrien B4 wurde durch einen Anstieg von Leukotrien B5 ausgeglichen, das eine nur geringfügige oder keine entzündliche Aktivität besitzt.
Die Ergebnisse klinischer Studien zeigen, dass eine gute bis sehr gute klinische Wirkung bei 44-50% der Hunde mit pruriginösen Hauterkrankungen zu erwarten ist, wenn Diäten mit einem Fettsäureverhältnis von unter 10:1 eingesetzt werden. In einer Studie6 wurden 18 atopische Hunde mit einer kommerziellen Lamm- und Reisdiät mit einem Omega-6: Omega-3-Fettsäureverhältnis von unter 10:1 gefüttert. Der Juckreiz konnte unter der Diät bei acht Hunden (44%) innerhalb von 7-21 Tagen nach Fütterungsbeginn zufrieden stellend unter Kontrolle gebracht werden, rezidivierte innerhalb von 3-14 Tagen nach dem Absetzen der Diät und konnte durch erneutes Füttern der Diät anschließend wiederum unter Kontrolle gebracht werden. In einer zweiten Studie7 wurden 31 atopische Hunde mit oder ohne Futtermittelallergie mit einer kommerziellen Fisch- und Kartoffeldiät gefüttert, die ebenfalls ein Omega-6:Omega-3-Fettsäureverhältnis von unter 10:1 aufwies. Der Erfolg wurde bei 14 von 28 Hunden, die diese Studie abschlossen, als gut bis sehr gut beurteilt. Beide Studien waren nicht placebokontrolliert durchgeführt worden, daher kann nicht ausgeschlossen werden, dass der klinische Nutzen auf andere Faktoren als das Omega-6:Omega-3- Fettsäureverhältnis zurückzuführen ist, wobei besonders die selektiven Proteinquellen bedeutsam sein könnten.
Es muss außerdem berücksichtigt werden, dass im Rahmen der Untersuchungen über veränderte Omega-6:Omega-3-Fettsäureverhältnisse beim Hund nicht ermittelt wurde, ob die beobachtete Wirkung lediglich auf den absoluten Fettsäuregehalt oder tatsächlich auf deren Verhältnis zurückzuführen ist. Bei Untersuchungen über die Fettsäureverhältnisse in der Diät von Nagern8 und Menschen9 wurde mit komplexen Versuchsanordnungen gearbeitet, die eine Beurteilung beider Erklärungsmodelle ermöglichen. In der Studie von Vaughn und Mitarbeitern5 wurde das relativ niedrige Omega-6:Omega-3- Verhältnis durch den Zusatz von Seefischölen während der Herstellung erreicht. Hierdurch wurde die Menge der Omega-3- Fettsäuren in den Diäten in einem Verhältnis von 5:1 und 10:1 deutlich gesteigert im Vergleich zu den normalerweise im Futter vorliegenden Fettsäureverhältnissen von 25:1 und darüber. Die tägliche Gesamtaufnahme von Omega-3- Fettsäuren über Diäten mit Fettsäureverhältnissen von 5:1 und 10:1 liegt in der gleichen Größenordnung wie bei Hunden, die konventionelles Futter erhalten, das mit Seefischölen in einer Dosierung von 2,2ml/10kgKG ergänzt wurde (Abb. 3). Diese Menge hat sich bei Hunden mit pruriginösen Hauterkrankungen als nützlich erwiesen.3 Möglicherweise ist die klinische Wirksamkeit von Diäten mit niedrigem Fettsäureverhältnis eher auf den absoluten Omega-3-Fettsäuregehalt zurückzuführen als auf das Verhältnis der beiden Fettsäurengruppen zueinander.

Allgemein wird angenommen, dass sich der Haut- und Fell-Zustand von Heimtieren, die mit qualitativ hochwertigen kommerziellen Futtermitteln ernährt werden, nicht zusätzlich durch eine Nahrungsergänzung verbessern lässt. Generell wird diese Ansicht jedoch nicht von Hundezüchtern und -ausstellern geteilt, die neben so genannten Premium-Futtermitteln verschiedene Ergänzungsmittel zur Verbesserung von Haut und Fell einsetzen. Wissenschaftliche Belege für die Wirkung dieses Vorgehens gibt es jedoch noch nicht, da sich die Forschung bei Hunden und Katzen weitgehend auf die ernährungsabhängigen Dermatosen und die Formulierung vollwertiger und ausgewogener Futtermittel konzentriert hat.
Neuere Untersuchungen beim Hund weisen jedoch darauf hin, dass die Ergänzung eines qualitativ hochwertigen Futters mit bestimmten Nährstoffen einen beachtlichen Einfluss auf den Zustand von Haut und Haarkleid haben kann. Im WALTHAM®- Zentrum für Heimtierhaltung und -ernährung10 erhielten in einer Studie Labradors über einen Zeitraum von neun Wochen entweder ein unverändertes Premium-Trockenfutter oder ein mit Linolsäure (in Form von Färberdistelöl) oder Zink (als Zinksulfat) oder beiden Nährstoffen kombiniert ergänztes Futter. Die Linolsäure- und die Zinkaufnahme wurde in den entsprechenden Gruppen um den Faktor 3,3 bzw. 3,2 gesteigert und lag acht- bis zwölffach über dem Mindestbedarf. Die Ergänzung von Linolsäure und Zink führte zu einer im Vergleich mit der (nicht supplementierten) Kontrollgruppe nicht signifikanten Steigerung des Fellglanzes (Abb. 4). Bei den Hunden, die sowohl Linolsäure als auch Zink erhielten, zeigte sich dagegen eine ausgeprägte und statistisch signifikante Zunahme des Fellglanzes. Auch das Ausmaß der Schuppenbildung war bei diesen Hunden signifikant geringer als bei den Kontrolltieren (Abb. 5). Es handelt sich hierbei um die erste Studie, die zeigt, dass die Ergänzung einer qualitativ hochwertigen Nahrung zu einer signifikanten Verbesserung von Haut- und Fellzustand bei Hunden führen kann. Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich möglicherweise auch mit anderen wichtigen Nährstoffen ähnliche Wirkungen erzielen lassen.
Die Eliminationsdiät ist die bevorzugte Methode für die Diagnose einer Futtermittelüberempfindlichkeit bei Hunden und Katzen, und dieses Verfahren kann sowohl bei der echten Futtermittelallergie als auch bei der Futtermittelintoleranz angewendet werden. Als „Goldstandard“ gelten individuell zubereitete Diäten, für deren Herstellung ausschließlich Futterbestandteile verwendet werden, die in der bisherigen Nahrung des Patienten nicht eingesetzt wurden. Häufig steht der Tierarzt vor dem Problem, den Tierbesitzer davon zu überzeugen, dass die möglichen Vorteile einer zu Hause hergestellten Diät überwiegen und dass sich deshalb der Verzicht auf die größere Bequemlichkeit beim Einsatz kommerzieller Tiernahrung mit selektiven allergenen Zutaten lohnt.
A. Das Für und Wider zu Hause zubereiteter Diäten
Ein berechtigter Einwand gegen die Zubereitung einer Eliminationsdiät zu Hause ist der hohe Zeitaufwand von mindestens zwei Stunden pro Woche, der bei realistischerer Betrachtung wohl eher bei 4-6 Stunden pro Woche liegt. Vielfach wird angenommen, dass dieser Zeitaufwand ausgeglichen wird durch kostengünstigere Herstellung gegenüber dem Kauf eines entsprechenden Fertigproduktes mit selektiven Antigenen beim Tierarzt. Die Kosten der Zutaten für eine Diät mit einer Fleisch- und einer Kohlenhydratquelle reichen von 5-15 Euro pro Woche für eine Katze bis zu 16-41 Euro pro Woche für einen 20kg schweren Hund, wobei diese Kosten weitgehend von der gewählten Fleischquelle abhängen.11 Bei Verwendung kostengünstiger Fleischsorten wie Lamm, Schwein und Pute kann das zu Hause hergestellte Diätfutter zwar billiger sein als vergleichbare kommerzielle Produkte, aber der Unterschied ist meist nur gering. Werden jedoch teurere Fleischsorten (z.B. Wild) oder Fisch eingesetzt, dann liegen die Kosten für kommerzielles Diätfutter deutlich unter denen der Rohmaterialien für die Zubereitung des entsprechenden Futters zu Hause (Abb. 6).
Weiterere potenzielle Kritikpunkte bezüglich der zu Hause hergestellten Diäten betreffen Geschmack, ernährungsphysiologische Vollwertigkeit und Ausgewogenheit sowie die Verträglichkeit. Diäten mit einer Fleisch- und einer Kohlenhydratquelle sind sowohl für Hunde als auch für Katzen häufig nur bedingt als vollwertig und ausgewogen anzusehen. Für Hunde ist der Kalziumgehalt dieser Diäten extrem niedrig und der Gehalt an Eisen, Kobalamin und Pantothensäure liegt an der unteren Grenze. Für Katzen besteht ein beträchtlicher Mangel an Kalzium, Eisen, Folsäure und Biotin, und der Vitamin-B-Gehalt liegt an der unteren Grenze. Diese Defizite scheinen jedoch während der allgemein üblichen 3- bis 9- wöchigen Dauer einer Eliminationsdiät keine Probleme zu verursachen. Sie müssen jedoch dann berücksichtigt werden, wenn der Patient über einen längeren Zeitraum mit der zu Hause hergestellten Diät ernährt werden soll. Problematisch wird es bei Katzen und vereinzelt auch bei Hunden, wenn das selbst zubereitete Futter nicht schmackhaft ist. Einige Patienten entwickeln zudem gastrointestinale Symptome (Erbrechen, Diarrhoe, Flatulenz, Kolitis), die das Absetzen der Eliminationsdiät erforderlich machen.

B. Sind kommerzielle Diäten für die Diagnostik weniger geeignet?
Allgemein gelten zu Hause zubereitete Diäten als besser geeignet für die Diagnose einer Futtermittelüberempfindlichkeit als die kommerziellen Alternativen. Diese Annahme wird gestützt durch Daten, die aus zwei Studien stammen, in denen Hunde, deren Futtermittelüberempfindlichkeit mit zu Hause gefertigter Diätnahrung diagnostiziert worden war, bei Fütterung mit kommerziellen Produkten Rezidive entwickelten. 12, 13 In beiden Studien erhielten die Hunde jedoch ein kommerzielles Produkt, das Proteine enthielt, z.B. Ei und Reis, die nicht in ihrer zur Diagnose eingesetzten Lamm- und Reis- Eliminationsdiät enthalten waren und gegen die sie wahrscheinlich sensibilisiert waren. Wenn Hunde auf eine kommerzielle Diät umgestellt wurden, in der die gleichen Proteine wie auch in der zu Hause zubereiteten Diät enthalten waren bzw. auf die sie bei der Provokationstestung nicht reagiert hatten, dann wurden keine Rezidive beobachtet.14
Bei der Entscheidung, ob eine kommerzielle Diät zur Diagnose einer Futtermittelüberempfindlichkeit eingesetzt werden soll, muss berücksichtigt werden, dass verschiedene Produkte unterschiedliche allergene Zutaten enthalten können. So ist beispielsweise tierisches Fett, das Proteine enthalten kann, in zwei kommerziellen Diäten, bezeichnet als „Lachs und Reis“ und „Fisch und Kartoffeln“, enthalten. Bei der Auswahl der Testdiät sind frühere Ernährungsgewohnheiten zu berücksichtigen, damit ein Produkt mit Zutaten gewählt wird, die der Patient zuvor noch nicht erhalten hat. Einfach irgendein Produkt aus dem Regal zu nehmen, führt mit großer Wahrscheinlichkeit zu Problemen. Leistra und Willemse15 berichteten vor kurzem über 40 Hunde mit gesicherter Futtermittelüberempfindlichkeit, die kommerzielles Diätfutter mit ausgewählten Allergenen erhielten, das aus Huhn, Fisch (Wels) und Wild in Kombination mit Reis hergestellt war. Zu einem Rezidiv des Pruritus kam es bei 21 Hunden nach der Fütterung mit der Huhn-Reis-Diät, bei 19 Hunden mit der Fisch-Reis-Diät und bei 34 Hunden mit der Wild-Reis-Diät. Diese Ergebnisse verdeutlichen, dass eine nach dem Zufallsprinzip ausgewählte Eliminationsdiät allenfalls eine geringe Erfolgschance hat. Dagegen kann auf der Grundlage einer vollständigen Fütterungsanamnese ein Produkt ausgewählt werden, das in etwa 95 % aller Fälle den gewünschten Erfolg erzielt. Dies entspricht dem Anteil der Hunde mit gesicherter Futtermittelüberempfindlichkeit, die langfristig mit einem entsprechenden kommerziellen Tierfutter ernährt werden können (siehe unten).
C. Erhaltungstherapie mit kommerziellen Diäten
Es herrscht eine nahezu einmütige Übereinstimmung darüber, dass kommerzielle Diäten mit selektiven Allergenen das Mittel der Wahl für die langfristige Fütterung von Hunden mit Futtermittelüberempfindlichkeit sind. Der Anteil der Hunde mit Futtermittelüberempfindlichkeit, für die keine geeignete Fertignahrung angeboten wurde, war sehr klein und betrug in verschiedenen veröffentlichten Studien lediglich 5-6%.15, 16, 17 Diese Daten widerlegen den Mythos, dass kommerzielle Produkte Farbstoffe, Zusatzstoffe und Geschmacksverstärker enthalten, die ihre Anwendung für Eliminationsdiäten oder zur Erhaltungstherapie ausschließen.
1. Watson TDG (1998) Diet and skin disease in dogs. J Nutr 128, 2783S-2789S
2. Watson TDG (1999) Just how effective are fatty acid supplements? WALTHAM Focus on Skin and Coat 49-52.
3. Logas D, Kunkle GA (1994) Double-blinded crossover study with marine fish oil supplementation containing high dose eicosapentaenoic acid for the treatment of canine pruritic skin disease. Vet Dermatol 5, 99-104
4. Harvey RG (1999). A blinded, placebo-controlled study of the efficacy of borage seed oil and fish oil in the management of canine atopy. Vet Rec 144, 405-407
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10. Marsh KA, Ruedisueli FL, Coe SL, Watson TDG (2000) Effects of zinc and linoleic acid supplementation on the skin and coat quality of dogs receiving a complete and balanced diet. Vet Dermatol (in press).
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