Gebrauchshunde die in Sport, Schutzdienst, bei der Jagd oder als Blindenführhund eingesetzt werden, stellen ebenso wie Rennund Schlittenhunde besondere Anforderugen an die Ernährung. Je nach Beanspruchung kann der Nährstoffbedarf stark erhöht sein.
Die Fütterung des aktiven Hundes
Mit dem Abschluß der Wachstumsphase sind beim körperlich ausgewachsenen Hund Muskulatur, Bindegewebe und Skelett auf eine verstärkte Leistungsanforderung eingestellt. Ein verantwortungsvolles Bewegungstraining unterstützt Stoffwechselfunktionen und fördert die Gesundheit.
Unabhängig von der Hunderasse und dem Engagement des Hundehalters sollte bei jedem Hund ein minimales Trainingsund Bewegungsprogramm eingehalten werden. Die Trainingsschwerpunkte unterscheiden sich je nach Trainingsziel nachhaltig. Kurzzeitleistungen erfordern ein anderes Training als die Forderung von Dauerleistung, z. B. Schlittenhunderennen. Da Muskel- und Ausdauertraining beim Hund immer auch mit Streß verbunden ist, stellt jede erhöhte Bewegungsaktivität eine besondere Anforderung an die Versorgung des Hundes mit Energie und auch anderen Nährstoffen.
Schwerpunkte bei der Rationsgestaltung werden bei engagierten Hundehaltern je nach Leistung, Jahreszeit und Kondition der Tiere gewählt. Im Vordergrund der Überlegungen für eine angepaßte Futterwahl stehen die Versorgung mit Energie und folgend mit Proteinen Mengen- und Spurenelementen sowie Vitaminen.
Die gesamte Rationsgestaltung wird sich am Energiebedarf der jeweiligen Trainingseinheiten orientieren, die übrigen Nährstoffe müssen entsprechend angepaßt sein. Der Einsatz von Fett, dem wirkungsvollsten Energieträger, wird in leicht durchzuführender Abstufung den jeweiligen Ansprüchen am leichtesten gerecht. Die Energiegewinnung aus Kohlenhydraten spielt für Dauerleistungen eine untergeordnete Rolle, da die Energiedichte in Kohlenhydraten weitaus geringer als im Fett ist.
Kohlenhydrate spielen lediglich bei Windhundrennen als Energielieferant eine gewisse Rolle. Kurzzeitleistungen (bis 30 Sekunden) werden zu einem hohen Umfang aus muskeleigenen Energiereserven (Glycogen) realisiert. Erst nach dem Verbrauch der Glycogenreserven wird auf eine Fettverwertung als Energiequelle „umgeschaltet“. Die im Zwischenmuskelgewebe und im Bauchraum befindlichen Fettdepots sind nicht unerheblich und stellen den Großteil der Energiereserven dar.
Neben den Energielieferanten spielt die Versorgung des Hundes mit Proteinen eine wichtige Rolle. Das Angebot von leichtverdaulichen Proteinen mit einer ausgewogenen Aminosäurezusammensetzung ermöglicht einen Muskelaufbau (anabole Eiweißstoffwechsellage) ohne den Anfall übermäßig hoher Mengen an harnpflichtigen Stoffen (Harnstoff, Ammoniak). Eine ausgewogene Mineralstoff- und Spurenelementversorgung unterstützt neben Muskel- und Nervenfunktionen auch den Wasserhaushalt.
Da der Körper zu über 70% aus Wasser besteht, ist es leicht verständlich, daß es in Phasen erhöhter Muskel- und Bewegungsaktivität über eine erhöhte Atemfrequenz zu einem Wasser- und über den Harn auch zu einem „Mineralstoff-Mehrverbrauch“ kommt.

Die bis hierhin aufgeführten Punkte bei der Versorgung des aktiven Hundes sind z. B. bei den Mushern (Schlittenhunderennen) ein besonderer Schwerpunkt bei der Rennvorbereitung. Gerade bei Dauerleistungen ist die Versorgung mit ausreichend Energie, Protein und Wasser eine der am sorgsamsten nachgegangenen Vorbereitungen.
Die Fütterung vor, während und nach langen Rennen ist ein von vielen Mushern intensiv diskutierter Punkt.
Für die praktische Fütterung werden dann individuelle Unterschiede bei den Hunden, Leistungsbereitschaft und Kondition in Rechnung gezogen. Der Einsatz von energiereichen Trockenfuttermitteln hat sich beim Schlittenhundsport als besonders praktikabel erwiesen. Eine hohe Energiedichte, d. h. wenig Wasser (unnötiger Transportballast) sowie eine gute Schmackhaftigkeit stellen eine gute Voraussetzung für die ausreichende Futteraufnahme vor und während der Rennen dar. Daß neben einem energiedichten Futter auch Wasser in ausreichender Menge verabreicht und angeboten werden muß, erklärt sich daher aus den oben gemachten Ausführungen von selbst.
Mini, Medium und Maxi energy von ROYAL CANIN ist ein von vielen Mushern ausgesprochen gerne eingesetztes Trockenfutter: Eine hohe Energiedichte sowie ein überdurchschnittliches Angebot an hochverdaulichen Proteinen gewährleistet die Versorgung des Hundes auch bei hohem Leistungsanfall. Hierzu sind neben Dauerleistungen bei Rennen natürlich auch die Laktationsleistung säugender Hündinnen und der Muskelaufbau bei z. B. rekonvaleszenten Tieren zu nennen.
Fazit: Eine ausgewogene Fütterung, leistungsbereite und gesunde, aktive Hunde, sowie ein verantwortungsvoller, engagierter Hundeführer sind die besten Voraussetzungen für viel Freude bei Bewegung und Sport mit Hunden.
Neben viel Herz für unsere vierbeinigen Freunde sind Wissen und Erfahrung für fachgerechte Hundehaltung und Ernährung erforderlich. Mit unserer kleinen Reihe „Wissen für Hundehalter“ wollen wir dazu beitragen. Folgende Titel sind bisher erschienen:
1. Die Nase frißt mit: Neue Verpackungstechnologie
für unsere Trockennahrung
2. Über den Einfluß der Ernährung auf Haut und Haarkleid des Hundes
3. Hundezucht und Fütterung von Zuchthunden - zwei Aufgaben,
die geplant sein wollen
4. Die Ernährung von Welpen und Junghunden - Grundlagen für
eine gesunde Entwicklung
5. Die Fütterung des aktiven Hundes - Bewegungsleistung und
angepaßte Nährstoffversorgung
6. Groß ist das Angebot - wie finde ich das richtige Futter
für meinen Hund?
7. Ernährung des alternden Hundes oder Vorsorge
für ein langes Hundeleben
8. Calcium/Phosphor:Warum, wann, wieviel?
9. Magenerweiterung und Magendrehung beim Hund
10. Die kleinen Hunderassen - eine Herausforderung an die Ernährung
11. Mit dem Hund auf Reisen
12. Wenn Ihr Hund nicht frißt
13. Juckreiz - immer eine Allergie?
14. Was tun, wenn es dem Hund zu heiß wird?
15. Koprophagie - asoziales Verhalten oder begründetes Symptom?
16. Pankreasinsuffizienz - Ursachen und Behandlung
17. Über den Einfluß unterschiedlicher Fütterung auf Wachstum
und Entwicklung großer Hunderassen
18. Der Deutsche Schäferhund und Besonderheiten seiner Ernährung
19. Große Hunde - bewegungsfähig bis ins hohe Alter
20. Der übergewichtige Hund
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