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Der Dackel:
Empfindliche Gelenke und ein Körperbau vom so genannten chondrodystrophen Typ

Wirbel, die hoher mechanischer Belastung ausgesetzt sind

Jeder Wirbel umschließt einen zentralen Hohlraum. Diese aneinander gereihten Hohlräume bilden den Kanal für das Rückenmark. Zwischen jedem Wirbel befindet sich eine Bandscheibe. Die Wirbel sind auf der Höhe dieser Bandscheiben beweglich. Die Verbindung wird durch zwei Gelenkfacetten vervollständigt, die bei kleinen Hunden oft zurückgebildet sind (Breit 2002). Die Bandscheiben leisten die eigentliche Arbeit und fungieren als Stoßdämpfer für die auf die Wirbelsäule ausgeübten Kräfte.

 

Die Elastizität der Bandscheiben hängt von zwei Faktoren ab:

    dem Grad des Widerstands und der Elastizität des Faserrings (Annulus fibrosus),der Fähigkeit, Wasser im Gallertkern (Nucleus pulposus) zu speichern, der aus einer gelatineartigen Substanz, aus Kollagenfasern, Chondrozyten und Glykosaminoglykanen wie Hyaluronsäure und Chondroitinsulfat besteht.

Vergleich der Wirbelsäulenstruktur beim Menschen und beim Hund

Wirbel

Hals

Brust

Lenden

Kreuzbein

Steiß-/ Rutenwirbel

 

 

 

Der Dackel weist im Hinblick auf seine Wirbel mehrere Besonderheiten auf:

    Der Raum zwischen dem Rückenmark und den Wänden des Rückenmarkkanals ist im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule besonders verengt. Bei einem Bandscheibenvorfall besteht hier daher ein besonders hohes Risiko des Zusammendrückens (Morgan et al., 1987).Der Gallertkern verändert sich schon sehr früh strukturell (ab 6 Monaten): Der Kollagengehalt nimmt schnell zu, die Menge an Glykosaminoglykanen verringert sich um 30 bis 50 %. Der nun weniger Wasser enthaltende Kern verliert seine Elastizität und beginnt zu verkalken (Jensen, 2001). Dies wird als Knorpelmetaplasie bezeichnet. Bei 24,2 % der Dackel im Alter von 12 bis 18 Monaten wurden verkalkte Bandscheiben nachgewiesen. Beim Standardteckel ist das Auftreten am höchsten in der Rauhhaarvariante. Beim Langhaardackel sind wiederum die Zwerg- und Kaninchenvarianten am meisten betroffen (Stigen, 1996).

Wenn der Kern der Bandscheibe verkalkt ist, muss der Faserring die Rolle als Stoßdämpfer übernehmen und degeneriert dann ebenfalls. In den schwersten Fällen ist ein Bruch des Faserrings zu beobachten. Der Gallertkern fällt dann in den Rückenmarkkanal vor. Ziemlich häufig sind diese Symptome auf dem Röntgenbild sichtbar, ohne dass der Hund klinische Symptome zeigt.

 

Erhöhtes Risiko eines Bandscheibenvorfalls

das Risiko ist 57-mal höher als beim Durchschnitt der Hundepopulation (Nakama et al., 1993; Datenbank Veterinary Medical). Jeder vierte Dackel kämpft irgendwann in seinem Leben mit Bandscheibenproblemen (Luttgen, 1993). Das Risiko ist schon sehr früh am höchsten: zwischen 3 und 7 Jahren.

Wenn das Rückenmark durch Bandscheibenmaterial zusammengedrückt wird, können sich schnell gravierende Folgen einstellen: Das Rückenmark reagiert äußerst empfindlich auf einen Mangel an Sauerstoff und Glukose. Die klinischen Symptome variieren in Abhängigkeit vom Schadensort und von der befallenen Nervenstruktur. Je nach Fall kommt es zu Verlust des Empfindungsvermögens, Ataxie (Bewegungsstörungen) und teilweiser oder vollständiger Lähmung.

 


   
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